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Das ehem. Hotel im Jahr 2009.

 

Leerstand und Investoren

Im Jahr 2002 berichten die SN darüber, daß sich die damalige Inhaberin und Wirtin des Hotel Stadt Hamburg, Brunhilde Thede, zur Ruhe setzten möcht. Da sie keinen Nachfolger finden kann, möchte sie das Anwesen verkaufen. Es wird ein Verkaufspreis genannt, der die 2,5 Millionen Mark überschreitet. Der Käufer erhält dafür ein Gebäude mit einer Nutzfläche von 1700 qm und ein 6000 qm großes Grundstück.

Im September wird ein Potsdamer Investor genannt, der auf dem Grundstück ein Pflegeheim errichten möchte. Ein möglicher Abriss des ehem. Hotels steht auch nichts im Wege, den das Gebäude ist, nach Angabe des Landesamt für Denkmalschutz, nicht erhaltenswürdig. Auch der Erhalt der Fassade ist vom Landeamt nicht erwünscht.

Im Januar 2003 beschließt die Ratsversammlung den Entwurf des Bebauungsplanes 74A, der Neubau eines Pflegeheimes ist damit möglich. Ebeneso wird in diesem Monat das Inventar des ehem. Hotels versteigert.
Im Mai 2003 treten neue Investoren auf, die „ProSensis“ aus Hannover, eine Tochter des Blindenverbandes Niedersachsen sowie die „Schloß Residenz Schleswig“, eine GmbH bestehend aus verschiedenen Geldgebern. Diese Investoren möchten für etwa 14 Millionen Euro ein 100 Betten Pflegeheim und 60 Appartements für betreutes Wohnen entstehen lassen. Als Manager dieses Projektes Detlef Duchatsch aus Hannover genannt, der Architekt ist Uwe Mumm aus Bergenhusen. Die Investoren rechnen mit einem Abriss der alten Bausubstanz im Spätsommer 2003.

2004 wird das Projekt leicht abgeändert, auf eine Anlage für betreutes Wohnen verzichten die Investoren aufgrund eines sich veränderten Marktes.

Das Projekt scheitert im Dezember 2005, als sich die Investoren zurückziehen. Der Grund dafür sei die neue errichtete Pflegeeinrichtung an der Waldmühle sowie die Pläne, aus dem Paulihof ebenfalls eine Seniorenresidenz zu machen. Damit sei der Markt in diesem Bereich in der Schleistadt gesättigt.

Die Pläne des Architekten Volker Stoll

Im Januar 2008 berichten die Schleswiger Nachrichten über den bevorstehenden Abriß des ehem. Hotels aus dem Jahre 1818 und dem angrenzenden Fachwerkhaus.
Der Architekt Volker Stoll plant, an dieser Stelle zwischen Flensburger Straße und dem Burggraben einen Wohnpark für 11 Millionen Euro zu errichten. Es sollen zwei Komplexe mit leicht geneigten Pultdächern entstehen auf einer Grundfläche von 7200 qm. Außer Wohnungen ist auch die Einrichtung von Praxen, Büros und einem Café geplant, insgesamt werden 68 Einheiten entstehen.
Das erste Gebäude, mit dessen Bau bereits im Frühjahr 2008 angefangen werden soll, ist „U“-förmig angeordnet, das zweite viergeschossige Gebäude wird „L“-förmig an der Stelle des heutigen Stadt Hamburg entstehen.

Die Denkmalbehörde hat dem Bauvorhaben zugestimmt, mit dem Schleswiger Investor, der das alte Hotel von der damaligen Inhaberin Brunhilde Thede sowie das Marks-Grundstück erworben hat, hat V. Stoll bereits Kontakt aufgenommen.
Vermarktet werden wird das Projekt von Volker Stolls Immobilienmaklerin Helga von Assel (70) aus Fahrdorf.

Nachdem im September 2009 die Pläne für eine neue Schleihalle an der Ecke Lollfuß/Schleistrasse gescheitert sind, stellt der Architekt Volker Stoll seine neuen Pläne für das ehemalige Hotel Stadt Hamburg vor.
Stoll plant, das alte Hotelgebäude, das seit Schließung des Hotelbetriebes 2003 dem Verfall ausgesetzt ist, durch Neubauten zu ersetzten. Neben einem lichtdurchfluteten und barrierefreien Altenpflegeheim mit 105 Betten sollen zur Straße hin ein dreigeschossiges Gebäude mit 33 altengerechten Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss könnten sich Arztpraxen oder ein Café ansiedeln. Nach Angaben des Architekten hat auch schon ein Investor an diesem Projekt Interesse bekundet.

Die Umsetzung des Projektes wird beginnen, sobald die Hälfte der altengerechten Wohnungen verkauft sind. Im Februar 2010 ist von einem Baubeginn noch nichts zu erkennen.

Firma „Stoll-Haus“ plant eine Neubebauung

Nachdem der Architekt Volker Stoll über zwei Jahre lang nicht in der Lage gewesen war, seine Pläne umzusetzten, tritt im Herbst 2010 ein neuer Eigentümer auf.
Im Oktober 2010 wirbt die Firma Stoll-Haus aus Schuby innerhalb ihrer Internetpräsenz mit dem Projekt „Exklusive DHH und Eigentumswohnungen am Schlossgarten Gottorf in Schleswig“.

Anscheinend hat die Firma Stoll-Haus die Grundstücke Lollfuß Nr.108 (Stadt Hamburg) und Flensburger Straße Nr.1 (Fachwerkhaus) von dem Architekten Volker Stoll erworben.

Mit dem Abbruch des seit Jahren leer stehenden ehem. Hotels ist im Februar 2012 zu rechnen. Aus einem auf „Immobilienscout24.de“ veröffentlichten Lageplan der Firma Stoll Haus geht hervor, dass zur Straße hin eine Einrichtung für betreutes Wohnen errichtet werden soll sowie zwei weitere Neubauten mit Eigentumswohnungen, die am Burggraben liegen und Ende 2012 bezugsfertig sein sollen.

Das Hinweisschild liegt noch auf dem Boden

 

Bis zum Juli 2014 hat sich kaum etwas Neues ergeben. Das Gebäude verfällt langsam, während in unregelmäßigen Abständen in der Lokalpresse über einen bevorstehenden Abbruch berichtet wird. So schrieben die SN bereits im Juni 2013: „So viel steht fest – Das alte Kino im Gebäude des ehemaligen Hotel Stadt Hamburg wird in diesem Jahr dem Erdboden gleich gemacht.“ – Diese Titelstory liest sich eher wie eine Werbeanzeige für die Firma Stoll-Haus.
Nach dem Ableben des ehemaligen Besitzers des alten Hotels, Volker Stoll, scheint es in der Familie Erbstreitigkeiten zu geben. Dieser Umstand dürfte Schuld daran sein, dass auf diesem Grundstück noch keine Bautätigkeit vorgenommen wird. Nach einem Bericht der Lokalpresse vom 1.Juli 2014 hofft der Bruder des verstorbenen Architekten Volker Stoll, der Inhaber der Firma Stoll-Haus in Schuby Ingo Stoll, im Herbst rechtmäßiger Eigentümer der Hotel-Ruine zu werden. Es wäre dann mit einem zeitnahen Abbruch des Hauses zu rechnen.
Befremdlich wirken die Aussagen von z.B. dem Verein Pro Lollfuß, dem Bürgermeister Arthur Christiansen oder des Schleswiger Bürgervereins, die dieses mit der Schleswiger Stadtgeschichte eng verbundene ehemalige Hotel der Madame Esselbach als Schandfleck bezeichnen, der aus dem Stadtbild entfernt werden müsste. Dieses Gebäude wäre auf jeden Fall erhaltungswürdig gewesen, aber leider konzentrieren sich diese Vereine nur auf eine Anbindung des Lollfußes an das Schloß Gottorf, die ja nach einem Abbruch möglich wäre.

 

Hotel Stadt Hamburg, 06.Juli 2014 Hotel Stadt Hamburg, 06.Juli 2014 Hotel Stadt Hamburg, 06.Juli 2014

 

 

 

Der Abbruch

Am Freitag, 5.Dezember 2014, wurde mit dem Abbruch der Brandruine (Marks-Haus) neben dem ehemaligen Hotel Stadt Hamburg begonnen. Im Anschluß erfolgt der Abbruch des alten Metro-Kino-Saals und der Hotelruine. Die Fassade wird in Handarbeit heruntergebrochen.

Sperrung im Lollfuß am 22. und 23.1.2015

Im Zuge der Abrissarbeiten am Gebäude Stadt Hamburg, Lollfuß, kommt es am 22. und 23. Januar 2015, jeweils von 08:30 Uhr bis 12:00 Uhr,  zu einer Vollsperrung in Fahrtrichtung Norden. Der südwärts fließende Verkehr wird über Lollfuß, Gutenbergstraße und Schleistraße umgeleitet. Die Polizei sichert die Maßnahme ab. Um einen Rückstau in der Gutenbergstraße zu vermeiden wird die Lichtsignalanlage Gutenbergstraße / Schleistraße für den Zeitraum ausgeschaltet.

 

 

 

Quellen: Schleswiger Nachrichten, 24.09.02, 25.09.02, 06.11.02, 25.01.03, 13.05.03, 07.04.04, 20.12.05, 12.01.08, 07.06.2013, 01.07.2014
Flensburg Avis, 16.01.03
MoinMoin 10.09.2009
Exposee Firma Stoll-Haus
Hotel Stadt Hamburg

 

Zum Thema

Historisches
Fotos 2007/08
Metro-Saal 2008
Fotos 2011
Innenaufnahmen
Feuer Marks-Haus

 

 

Links

Architekt Volker Stoll
Stoll-Haus

 

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