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Kurzfilm: Schneekatastrophe 1979 in Schleswig/Friedrichsberg



Die Geschichte des Hotels ist bereits ausgiebig erforscht worden.
Es folgt hier nur eine kurze Zusammenfassung, weitere ausführlichere Angaben über dieses Thema sind meiner Quellenangaben zu entnehmen.

 

1755-1818

Das heutige Hotel steht auf ursprünglich drei Grundstücken. Im Jahre 1711 waren dies die Nummern 3,4 und 5 des VII. Quartiers.
Im Jahre 1755 gab es in dem Haus Nummer 4 bereits eine kleine Kneipe des Gastwirtes Ohlsen Bagge. Die Tochter des Ohlsen Bagge heiratete im April 1790 Hans Ibsen aus Seest bei Kolding.
Die Ehe verlief kinderlos, die Gastwirtschaft wurde vererbt an Jeppe Sörensen, ebenfalls in Seest geboren und er hatte ebenfalls den Herkunftsort Seest im Namen angenommen (Jeppe Seest).
Im März 1807 heiratete er Frau Margarethe Elisabeth, die Familie Seest war wirtschaftlich so erfolgreich, daß die Räumlichkeiten der kleine Kneipe nicht mehr ausreichten.

 

1818-1869

Es wurde im Jahr 1818 ein neuer Gasthof im klassizistischen Stil erbaut, das erste Gebäude des heutigen Hotel Stadt Hamburg. Auch mit dem neuen Gasthof waren der Wirt Jeppe Seest und seine Frau sehr erfolgreich. Aus der Ehe sind drei Söhne und zwei Töchter hervorgegangen.



Die älteste Tochter Dorothea, geb. 1808, sollte später als Doris Esselbach in die Hotelgeschichte eingehen. Im Oktober 1831 wurde im Hotel die Hochzeit zwischen Doris Seest und dem Tapetenhändler Friedrich Ferdinand Esselbach gefeiert. Die beiden hatten sechs Kinder, bereits im Jahr 1840 starb F. F. Esselbach an einer Gelbsucht. Seine Frau führte das Hotel unter dem Namen „Ferd. Esselbach Wwe“ weiter, ebenfalls führte sie die Tapetenhandlung ihres verstorbenen Mannes weiter.



Der Hotelbetrieb geht sehr erfolgreich weiter, 1848 erwirbt die Wirtin das Grundstück nördlich des Hotels, das Lobedanz´sche Grundstück. Im gleichen Jahr geht auch der „Heespenhof“, das heutige Amtsgericht im Lollfuß, in ihren Besitz, sie vermietet es 1874 an die Stadtverwaltung Schleswig.
Da Frau Esselbach eine eifrige Geschäftsfrau war, hat sie zwei Jahre später auf dem Grundstück der ehemaligen Gottorfer Ziegelei eine Brauerei im Bayrischen Wohnhausstil (heute: Flensburger Straße 6-8 ) errichtet. Das Bier aus ihrer „Bairischen Bierbrauerei“ hob den Bierkonsum in ihrem Hotel.



In den Jahren 1853-55 wurde das Schloß Gottorf zur Kaserne ausgebaut, daraufhin sanken die übernachtungszahlen ihrer militärischen Gäste spürbar. Da es ihr wirtschaftlich deutlich schlechter ging, hat sie 1862 die Brauerei an den Neumünsteraner Bierbrauer Christian Blöcker verkauft. Dieser hielt den Brauereibetrieb bis zu seinem Tode im Oktober 1912 aufrecht.
Frau Esselbach soll sogar zeitweilig dem Gedanken nachgegangen sein, ihr Etablissement zu versteigern.

Zu erwähnen ist weiterhin, daß Frau Esselbach erkannte, wie wichtig eine gute Verkehrsanbindung für ihre Gäste ist. So betrieb sie seit 1845 eine Posthalterei. Somit waren ihre Gäste nicht nur Kunden des Hotels, sondern auch Fahrgäste ihrer Kutschen.

Ein Fahrplan ihrer Posthalterei (PDF).

 

1869-1887

Am 19. November 1869 verstarb die großartige Wirtin und Geschäftsfrau Doris Esselbach, beigesetzt wurde sie in ihrem Elterngrab auf dem alten Michaelisfriedhof, der Gedenkstein der Familie Esselbach ist bis heute erhalten. Das Hotel uns auch der Heespenhof gingen in den Besitz ihres unverheirateten Sohnes Louis Esselbach über.
Im Novemer 1872 richtete eine Sturmflut einen großen Schaden im Erdgeschoß des Hotels an. Das Stadt Hamburg war nur noch mit Booten zu erreichen.
1887 verkauft Louis den Heespenhof und das Hotel Stadt Hamburg, um sich in Westerland/Sylt niederzulassen.

 

1887-1901

Der neue Besitzer hieß August Pegeler, er hatte bereits in den Jahren vorher einige Zeit als Oberkellner in dem Betrieb gearbeitet. Er erweiterte das Hotel um den umfangreichen Verandavorbau.



Aufgrund seiner kranken Frau gab er 1901 den Betrieb wieder auf und verkaufte ihn an den Restaurator Johannes Grage.

 

1901-1939

Grage verhielf dem Hotel zu einem weiteren Aufstieg. Ein Großfeuer im Jahr 1908 vernichtete den alten Hotelbau des Jeppe Seest, Grade ließ das Hotel wieder aufbauen, die Wiedereröffnung fand noch im gleichen Jahr statt. Aus verkehrstechnischen Gründen durfte die Veranda nicht wieder aufgebaut werden.
Im Jahr 1918 wurde im Hotel ein Kino etabliert. Aus diesen Kammerlichtspielen des Heinrich Gahnstorf wurde später das Metro.



Nicht nur die Neueinrichtung sondern auch die vorbildliche Betreuung der Gäste machte das Hotel weit bekannt und geschätzt. Aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustandes verkauft Grage das Hotel im Jahr 1939.

 

1939-1951

Die neuen Besitzer waren die Gebrüder Hans und Ernst Steinhusen. Der Bruder Hermann Steinhusen betrieb bereits seit 1936 das Kino „Metro-Palast“, den er von Grage gepachtet hatte. Nach schwerer Krankheit verstarb der Hotelier Hans Steinhusen 1949.
Im gleichen Jahr übernahm seine Frau Erna den Hotelbetrieb. Sein Bruder Ernst ist 1952 als Miteigentümer ausgeschieden.

In den Nachkriegsjahren 1945-51 wurde das Hotel von den englischen Besatzern in Anspruch genommen. Die Briten richteten im gut ausgestatteten Hotel eine Stabstelle der Royal Air Force ein.

 

1951-1977

Nachdem die Briten das Gebäude 1951 geräumt hatten, begann für die Familie Steinhusen ein Neuanfang. Aber so erfolgreich wie die legendäre Doris Esselbach war kein Besitzer mehr.

Hier ein Prospekt des Hotel aus der ära Steinhusen (PDF).

Der Hotelbetrieb wurde zwar aufrecht erhalten, eine dauerhafte Zukunft des Betriebes war mit den Einnahmen aber nicht zu erreichen.

 

1977-1988

Im Jahr 1977 erwarb der Kreis Schleswig-Flensburg das Gebäude, um dort Teile seiner Verwaltung unterzubringen, bis der neue Verwaltungsbau an der Windallee fertiggestellt war. Nach dem Umzug der ausgegliederten Verwaltung in den Neubau suchte der Kreis eine neue Verwendungsmöglichkeit für das ehemalige Hotel. Es gab die Planung, in das Stadt Hamburg die Kulturstiftung des Kreises, die Kreismusikschule und das Kreisarchiv dort einziehen zu lassen. Dieser Plan scheiterte aber aus finanziellen Gründen.

 

1988-2003

Als letzte Wirtin geht Frau Brunhilde Thede in die Geschichte des Hotels ein. Frau Thede erwarb das Hotel zum 01.Mai 1988 für 1,45 Millionen DM vom Kreis Schleswig-Flensburg. Zu diesem Zeitpunkt war Frau Thede außerdem Besitzerin des „Cafe Ringelnatz“ in der Fischbrückstraße sowie des „Reisedienst Fördeland“ am Domziegelhof. Mit Hilfe dieses Reisedienstes sollten Gäste aus ganz Deutschland und West- Berlin nach Schleswig geholt werden, um sie dann im Stadt Hamburg unterzubringen. Gerechnet hat Frau Thede mit etwa 9000 übernachtungen pro Jahr.
Nach einem Umbau sollte ein Mittelklasse-Hotel mit 70 Betten, ein Pub mit 50 Plätzen und eine Gaststätte für 90 Personen entstehen.
Der Metro-Palast unter der Leitung von Elke Steinhusen bleibt weiterhin so bestehen und sollte unter Umständen auch noch ausgebaut werden.
Im Januar 2003 hat das traditionsreiche Gebäude seine Türen für immer geschlossen, am 24. Januar 2003 wurde das Inventar versteigert.

 



Seitdem steht das Haus leer und wartet auf seinen Abriss. Ein Investor plante zudem, nach dem Abbruch des Hotels das Grundstück mit einer Senioreneinrichtung zu bebauen.
Im Oktober 2003 wurde versucht, das leerstehende Hotel in Brand zu setzen. Unbekannte Täter hatten mehrere Liter Benzin im Gebäude vergossen und entzündet, das Feuer ging jedoch aus unerklärlichen Gründen von alleine wieder aus. Größerer Schaden entstand nicht.

 

Quellen: Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte, 19/1974, 48/2003,
Die Stadt Schleswig in alten Ansichten, Enst Schlee, Stadtarchiv, Internet,
Schleswiger Nachrichten 19.03.1988, 25.01.2003, 11.10.2003