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6.August 2018
Abbruch Gallberg 7/9

16. Juli 2018
Spatenstich 54° Nord auf der Freiheit

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8. Juli 2018
Abbruch und Neubau Stadtweg 47 

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8. Juli 2018
Abbruch Hertie Ruine

21. Mai 2018
Neubau Wohnheim Ilensee 2

21. Mai 2018
Baufortschritt Kinder- und Jugendpsychiatrie

Nach einigen Verzögerungen steht der Abbruch des alten Hertie Kaufhauses kurz bevor. Die Firma Peter Glindemann aus Grevenkrug erhielt von der Stadt den Auftrag, die Ruine einschließlich der beiden benachbarten Häuser Stadtweg 68 und 70 abzubrechen.
Rückblende: Die Firma Grimme aus Rendsburg eröffnete im September 1965 ihren modernen Neubau im Stadtweg. Bei Grimme gab es alles für Haushalt und Freizeit. „Alles unter einem Dach“ war auch das Motto von Karstadt nach der Fusion mit Grimme 1971.

Damals waren bis zu 350 Personen im Kaufhaus beschäftigt. Familiär ging es zu, Karstadt kümmerte sich gut um seine Mitarbeiter. Rebekka Jordan, damalige Betriebsratsvorsitzende, erinnert sich: „Wir waren stolz sagen zu können, dass wir bei Karstadt arbeiten.“

Den Anfang vom Ende läutete der Verkauf der KarstadtQuelle-Filialen an den Londoner Finanzinvestor „Dawnay Day“ im Jahr 2005 ein, die Häuser wurden unter dem Namen Hertie weitergeführt. Drei Jahre später meldete „Dawnay Day“ Insolvenz an, nach dem Räumungsverkauf wurde die Hertie-Filiale Schleswig im Sommer 2009 geschlossen. Eigentümer blieb weiterhin „Dawnay Day“, das Unternehmen blieb der Stadt Grundsteuer und Straßenreinigungsgebühren schuldig. Daraufhin beantragte die Stadt die Zwangsversteigerung, der Eigentümer bezahlte aber kurz vor den Terminen die offenen Rechnungen.

Im März 2016 gelang es der Stadt endlich, die Hertie-Ruine, die mittlerweile schon durch Brandstiftungen Schaden genommen hatte, für 1,75 Millionen Euro anzukaufen. Ende 2017 erwirbt die Stadt zusätzlich das Haus Stadtweg 70.

Der nun beginnende Rückbau der Gebäude Stadtweg 66, 68 und 70 ist der Startschuss für die große Innenstadtsanierung. „Der Abbruch der Hertie-Ruine ist ein Befreiungsschlag, auf den die Schleswiger lange warten mussten.“ so Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen. „Schwierigkeiten bereite nicht die Hanglage, sondern die unterschiedlichen Höhen der Wasserläufe.“
Bauleiter Dipl.-Ing. Jörn Wiese erklärt das weitere Vorgehen: „Wir werden in den nächsten Wochen noch Gespräche mit dem Ordnungsamt führen. Anschließend wird der Hertie-Keller mit Flüssigboden verfüllt, um ein Aufschwemmen der Sohle zu verhindern. Nach der Schadstoff-Entfernung und der Entkernung rücken die Maschinen an.“Der Abbruch kostet gut 1,7 Millionen Euro und dauert sechs Monate. Als Erstes fällt das Haus Nr.68 um Platz für die Baufahrzeuge zu schaffen. Die Hertie-Ruine wird von West nach Ost abgebrochen, Straßensperrungen werden, wenn überhaupt, nur kurzzeitig eingerichtet.

Die entstehende Sandfläche wird nicht lange bleiben – mehrere Investoren meldeten bereits Interesse an dem Hertie-Grundstück an. „Wir möchten dort einen nachhaltigen Einzelhandel ansiedeln.“ betont Christiansen. Auf der Grundfläche des Eckhauses Nr.70 entsteht, als westliches Portal zum Stadtweg, ein attraktiv gestalteter Platz.

 

Der Karstadt-Stammtisch

Die zum Abbruch vorgesehene Hertie-Ruine war einst das erste und größte Kaufhaus in Schleswig. Die Ausstattung war innovativ, wie beispielsweise die hauseigene Telefonanlage, elektrische Aufzüge und eine Rolltreppe. Am 21.September 1965 eröffnete die Firma Grimme ihren modernen Neubau im Stadtweg. Die Schleswiger bekamen damit eine Einkaufsstätte, in der alles für den Haushalt unter einem Dach angeboten wurde. „Alles unter einem Dach“ war auch das Motto von Karstadt nach der Fusion mit Grimme 1971.

„Niemand hätte sich damals vorgestellt, dass das Haus eines Tages geschlossen wird.“ erinnert sich Regina Plonski. Die ehemalige Verkäuferin arbeitete seit 1968 bei Grimme und später bei Karstadt in der Wäsche- und Miederabteilung.
Regina Plonski ist eine der ehemaligen Karstadt-Mitarbeiterinnen, die mit dem Ende von Karstadt 2005 aus dem Unternehmen ausgeschieden sind. Seitdem treffen sich die Ehemaligen einmal monatlich in lockerer Runde, um die gute Karstadt-Zeit Revue passieren zu lassen. Damals, in den guten Zeiten, waren bis zu 350 Personen im Kaufhaus beschäftigt. Verkäuferinnen, Sekretärinnen, Dekorateure, Haustechniker, Fahrstuhlführer, Parkplatzwächter – allen gab das Kaufhaus Arbeit.

Familiär ging es zu, Karstadt kümmerte sich gut um seine Mitarbeiter. Rebekka Jordan, damalige Betriebsratsvorsitzende, erinnert sich: „Wir waren stolz sagen zu können, dass wir bei Karstadt arbeiten. Wir bekamen Tarifgehalt, 14 Gehälter, Zuschüsse für Brille und Zahnersatz.“ Die Personaleinkäufe sind in lebhafter Erinnerung geblieben: „Wir durften mit unseren Familien regelmäßig am Personaleinkauf teilnehmen. Nach Ladenschluss kamen wir durch den Personaleingang, das Haus und das Restaurant waren dann voller Menschen.“
Mit dem Ausscheiden des Geschäftsführers Herrn Bader 1985 änderten sich die Zeiten. „Es gab Kürzungen bei den Zusatzleitungen, Personalrabatten und der Betriebsrente. Durch die wechselnden neuen Geschäftsführer änderte sich auch der Umgangston im Haus.“ erzählt Rebekka Jordan. Durch die Fusion mit Quelle 1999 entstand ein großer Konzern, die einzelnen Häuser verloren an Bedeutung. „Die Stimmung in den Häusern wurde schlechter, es machte sich Angst um den Arbeitsplatz breit. Zusammen mit 73 anderen Häusern wurde der Standort Schleswig 2004 zur Projektfiliale, wir wussten, dass das kein gutes Ende nimmt.“ Auch die Mahnwachen donnerstagabends im Herbst 2004 änderten nichts an der Entwicklung – am 3.August 2005 kam Hertie.

„Nach Ablauf der Kündigungsfrist mussten wir von heute auf morgen gehen“, erzählt Anneliese Czöczock aus der Buch- und Schreibwarenabteilung: „Als wir am 3.August 2005 zur Arbeit kamen, wurden wir an der Stempeluhr vom Pförtner abgefangen und zur Personalabteilung geschickt. Man forderte uns auf, unsere Sachen einzupacken und das Haus zu verlassen. Als Kunden waren wir jedoch weiterhin willkommen.“ Von den 32 Mitarbeitern entschieden sich 24 für die Abfindung. Ihre Kollegin Karen Haberstock ergänzt: „Um den Betrieb aufrecht halten zu können, beschäftigte Hertie Personal von Drittfirmen.“ Nach dem Räumungsverkauf hat das Kaufhaus im Sommer 2009 seine Türen für immer geschlossen.

 

Anlässlich des bevorstehenden Abbruches veranstaltete Ingo Harder (Schlei Events Harder) in den Jahren 2017 und 2018 eine Hertie-Abriss-Party. Bilder von der Abriss-Party 2017 sind auf dieser Seite zu finden.

 

Galerie

 

 

Stadtweg wegen des Hertie-Gebäude-Abrisses gesperrt

 Historisch gewachsen im doppelten Wortsinn beginnt am Dienstag, 12. Juni, der Abriss des Gebäudes Stadtweg 68. Im Zuge der Abrissarbeiten des Hertie-Gebäude-Ensembles ist der Stadtweg wegen der Bauarbeiten ab Montag, 11. Juni bis Freitag, 22. Juni, jeweils in der Zeit von 10.30 Uhr bis 18. Uhr für voll gesperrt. Es handelt sich um eine Vollsperrung in Höhe Stadtweg 66/68 an der Ausfahrt aus der Fußgängerzone. Entsprechende Verkehrszeichen werden errichtet und Absperrschranken installiert. Ferner werden der Gehweg und eine halbseitige Straßensperrung in Höhe des Stadtwegs 68 mithilfe einer Aufstellung eines Bauzauns abgesichert. Zusätzlich kommt es permanent oder auch temporär zu Absperrungen in folgenden Verkehrsbereichen: In der Moltkestraße in Richtung Stadtweg wird der östliche Gehweg ab Fußgängerüberweg Michaelisallee gesperrt. Der Gehweg nicht mehr zu nutzen. Weiterhin ist für den gesamten Zeitraum eine Durchfahrt vom Stadtweg zur Poststraße für Lastkraftwagen und Busse komplett gesperrt; eine Umleitungsstrecke ist ausgewiesen. Die Bushaltestelle Poststraße wird aufgehoben; der Linienbus über Lollfuß zum Domziegelhof geleitet. Halteverbotsschilder im angrenzenden Verkehrsreich wurden bis gestern aufgestellt. Die Stadt bittet die Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis.

Der Rückbau der ehemaligen Hertie-Gebäude bildet den baulichen Auftakt zur Sanierung der Schleswiger Innenstadt. Mit der Freilegung der Grundstücke Stadtweg 66 bis 68 wird eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um den westlichen Eingangsbereich der Schleswiger Fußgängerzone aufzuwerten und künftig attraktiver zu gestalten. Am Dienstag, 12.Juni, beginnen die (maschinellen) Abbrucharbeiten auf dem Grundstück Stadtweg 68. Die von den Abbrucharbeiten ausgehenden Beeinträchtigungen werden so gering wie möglich gehalten. Trotzdem lassen sich Störungen wie beispielsweise durch Staub und Geräusche durch die Baumaschine nicht gänzlich ausschließen. Das Abbruchunternehmen Peter Glindemann – Kieswerke-Erdbau-Abbruchtechnik GmbH & Co KG – bittet daher, die Fenster und Türen während der Arbeitszeit zwischen 10.30 und 18 Uhr weitestgehend geschlossen zu halten.

 

Galerie Abbruch

 

 

 

 

 

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