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31. Mai 2019
Über Bars und Bordelle in Schleswig



Im Jahr 1964 ist in der Novemberausgabe der Schleswiger Monatshefte ein Bericht über das Textilhaus Nootbaar erschienen. Den folgenden Text habe ich zum größten Teil diesem Bericht entnommen.

Ein Textilfachgeschäft mit seinen vielen interessanten Abteilungen ist das in der Stadt und Kreis bekannte, seit über 80 Jahren (im Jahr 1964) bestehende Textilhaus Nootbaar in Schleswig, Stadtweg 5.

 

3014550 nootbaar

Seit seinem Bestehen geht diesem Geschäft der Ruf voraus, eine gute Einkaufsquelle zu sein und es ist eine Freude, vor den gut sortierten Abteilungen zu stehen und aus der Vielfalt der gebotenen Artikel seine Wahl zu treffen. Vom Knopf über die weite Skala der Textilien bis zur Ausstattung des Bettes ist hier alles in dem großen Einkaufszentrum gut und übersichtlich geordnet untergebracht und bietet sich dem kritischen Auge und der prüfenden Händ dar.

Mit der Schaufensterfront am Stadtweg und zum Lornsenplatz sowie der Passage verfügt die Firma Nootbaar über eine stattliche Austellungsfläche an der Straße. Nach endgültiger Festlegung des Bebauungsplanes für die Altstadt wird sich auch das äußere Gesicht der Firma den modernen Gegebenheiten anpassen.
Das Textilhaus Nootbaar ist im Jahr 1964 im Besitz der dritten Generation, der Kaufleute Gerhard Osbahr und Hans Joachim Sievers, welche seit 1937 in dem hochangesehenen Unternehmen tätig sind. Über 40 Angestellte dienen der Firma und stehen beratend mit ihrem Fachwissen dem Kunden zur Verfügung. Es zeugt von einem guten Betriebsklima, daß viele der Angestellten über 25, sogar 50 Jahre im Hause Nootbaar tätig sind und waren.

 

logo1964 foto1964

Johs. Nootbaar eröffnete am 23.Mai 1884 in der Mönchenbrückstraße 4 sein Geschäft unter der Firmierung „Hamburger Engros Lager für Textilien und Kurzwaren“. Schon nach vier Jahren wurde dieses Geschäft erweitert und im Jahre 1887 das Gewese Stadtweg 5 gekauft. Auch hier wurde einige Jahre danach eine Vergrößerung der Geschäftsräume notwendig. Ein im Kellergeschoß betriebener Bierkeller und das noch vielen bekannte „Diana-Bad“, eine medizinische Badeanstalt im Garten des Grundstückes am Weg zum Lornsenplatz, -früher noch Kälberteich- wurden nach ihrer Auflösung zur Erweiterung des Verkaufsraumes umgebaut.

1919 wurde das Textilhaus Nootbaar den Schwiegersöhnen, den Kaufleuten Karl Osbahr und Otto Sievers übertragen, deren Söhne das Unternehmen im Jahr 1964 im Sinne ihres Großvaters und ihrer Väter leiten und bewiesen haben, daß sie, den Erfordernissen unserer stark gewandelten Zeit Rechnung tragend, ihre Verpflichtung erkannten, das Vätererbe würdig zu wahren, um immer die Devise gelten zu machen….
Für Stadt und Land die gute Einkaufsquelle Nootbaar.

Stadtweg nootbaar_09

Im Jahr 2009 scheint das Schicksal des traditionsreichen Textilhauses besiegelt zu sein. Der Kieler Insolvenzverwalter Salim Khan Durani gab bekannt, daß das Geschäft am 28.Februar 2009 geschlossen wird. Bereits im Herbst 2007 steckte das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der damalige Inhaber Carsten Sievers wurde zahlungsunfähig und meldete Insolvenz an. Löhne und Lieferanten-Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden. Seit Ende 2007 war der Betrieb kein Familienunternehmen mehr, Carsten Sievers gab auf und das Insolvenzteam Durani/Wrede versuchte, das Geschäft mit den damals noch 24 Angestellten zu retten. Aufgrund sinkender Umsätze und eines vorhandenen Renovierungstau war das Geschäft offensichtlich nicht zu halten.

Quelle : Schleswiger Monatsheft November 1964, SN 17.01.09