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Rathausmarkt 17, IV.Quartier Nr.90

Im 18.Jahrhunder stand auf diesem Grundstück, das als „Reinbothsches Grundstück“ bezeichnet wurde, ein 6-Familien Haus. Dieses Haus, vermutlich von dem Hof- und Justizrat Friedrich Heinrich Jügert erbaut, wurde am 13.Januar 1928 Opfer eines großen Schadenfeuers.
Die schleswiger Firma Meyer & Sohn errichtete 1928 einen Neubau für etwa 34.000 Reichsmark. Da die Mittel damals knapp waren, ist „beim Ausbau stark gespart“ worden.

Auch dieses Haus wurde durch einen Großbrand vernichtet. Am 27.Januar 2010 brach im Dachgeschoß ein Feuer aus, das letztendlich das gesamte Gebäude zerstörte. Mit dem Abbruch des Hauses wurde am 13.August 2010 begonnen, seit Juni 2011 wird an einem Neubau gearbeitet. Das bis zum Brand im Hintergebäude ansässige Café „LaDom“, ehem. „Dom-Café“ wurde ebenfalls abgebrochen.



Rathausmarkt 17 im Jahr 1899.


Die Aufnahme müsste zwischen 1928 und 1938
entstanden sein.

 


Aufnahme um 1955.

 


Aufnahme 1984.

 


27.Januar 2010.

 


30.Dezember 2011.

 

Aus dem Eigentümerverzeichnis :

1712 – Hof- und Justizrat Friedrich Heinrich Jügert
1735 – Etatsrat Friedrich Adolph Reinboth
1773 – dessen Ehefrau, Etatsrätin Frau Oberst Wedderkop
1815 – Lombardverwalter Thaysen
1831 – Tycho Tofft, Zuckerraffinadeur
1878 – Tapetenhändler J.Warnholz Witwe
1888 – Dieselbe
1889 – Witwe Marie Warnholz
1903 – Fr.Gabernowitz, Händler
1912 – Owe Jepsen, wohnte nicht dort
1921 – Theodor Laie, Privatier, wohnte nicht dort
1925 – Dora Paulsen, Witwe
1938 – Bertha Paulsen, Frl.
1957 – Bertha Paulsen und Miteigentümer
1966 – Dieselbe
1982 – Gerd Paulsen

 

 

Heinrich Philippsen über das Grundstück (1923):

Ein vornehmes Bürgerhaus ist auch das Haus Rathausmarkt Nr.17. Es besteht aus mehreren Hausplätzen, die der Rentmeister Jürgen Holmer 1669 vereinigte und später seinem Schwiegersohn, dem Hof- und Justizrat Friedrich Heinrich Jügert überließ, der 1726 starb. Vermutlich war dieser der Erbauer des heutigen (1923) Hauses.
Besitznachfolger von Jügert war der Etatsrat Friedrich Adolph Reinboth, ein gelehrter und wohlhabener Mann, der seinen schöngeistigen Neigungen lebte und die erste Beschreibung des Brüggemannschen Altars, dessen Kunstwert seinerzeit nur wenige erkannten, geliefert hat. Er starb am 01.Oktober 1749 und vermachte den Erlös aus seiner umfangreichen Bibliothek als „Reinbothsches Stipendium“ der Stadt, die es noch heute (1923) verwaltet.
Nach Reinboth waren Eigentümer des Besitzes der Kapitän, Baron von Güldencrone, später die Kammerherrin von Warnstedt, dann die Frau Oberstleutnant von irminger, darauf der LombardverwalterThaysen, usw. Im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts betrieb die Witwe Warnholz hier eine Tapetenfabrik.

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