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In den Schleswiger Nachrichten vom 28.Dezember 2013 schreibt die bedeutende Journalisten Frauke Bühmann über das vermeintliche Rätsel eines Grabsteines, das im Grunde überhaupt kein großes Rätsel ist. Voraussetzung ist, dass der Betrachter des Grabsteines seine Augen bewusst benutzt und anschließend  Standard-Literatur zur Stadtgeschichte verwendet.

Also von vorn – in der Zeitung ist zu lesen, dass es ein Rätsel um den Grabstein des Pastoren-Ehepaares Hegelundt gibt. Dieser Grabstein, ein Relikt des alten Michaelis-Friedhofes, ist im nördlichen Bereich des Gemeindezentrums auf dem Michaelisberg  zu finden. Er steht neben dem Weg, der zu weiteren erhaltenen Grabsteinen des ehemaligen Friedhofes führt. Soweit weder Rätsel noch Geheimnis.

Die Zeitungsmitarbeiterin schreibt, dass das Geburts- und Todesdatum der auf dem Grabstein verewigten Margaretha Hegelundt, geb. Tetens nicht zueinander passen. Demnach wurde Margaretha im März 1868 geboren, während das Todesdatum auf den März 1861 datiert wird. Frau Bühmann merkt für ihre Leser durchaus unterhaltend an, dass „wir in Schleswig Wiedergeburten ausschließen“ und fragt sich, ob Margaretha eine Zeitmachine hatte.
Ob der Mensch wiedergeboren werden kann, vermag ich nicht zu beurteilen, also habe ich mich beim Lösen dieses „Rätsels“ auf die irdischen Dinge konzentriert, die ich auch anfassen kann.

Den Grabstein hatte ich schon im November 2009 fotografiert, er war mir somit nicht unbekannt. Über ein Rätsel in diesem Zusammenhang bin ich bisher auch nicht gestolpert, bis ich heute morgen die Lokalzeitung gelesen habe. Wer sich den Grabstein jedoch einmal ganz genau ansieht, stellt schnell fest, dass die Gravur irgendwann einmal mit schwarzer Tinte übergemalt wurde. Diese Arbeit wurde sehr laienhaft ausgeführt, wie auf den Fotos unschwer zu erkennen ist. Und somit ist das Rätsel um die Daten auch gelöst: in Unkenntnis der tatsächlichen Daten wurden die Jahreszahlen von einem Dilettanten falsch nachgezeichnet. Verwitterungsbedingt sind die Zahlen zum Teil nicht mehr eindeutig erkennbar, aber es gibt Bücher, in denen man nachschlagen hätte können, um so einen Fehler zu vermeiden.

Somit ist das Rätsel, das kein Rätsel war, schnell und plausibel gelöst. Wünschenswert wäre sicherlich gewesen, dass die Mitarbeiterin der Lokalpresse genauer hingeschaut und sich anschließend selber auf Recherche begeben hätte.
Aber wenn die Lokalpresse nun Rätsel sucht , hätte ich hier einige Stichworte: Wappen der Konventualin Luise Christine von Neuhoff, Eiskeller in Schleswig, Schließstand Neuwerk. Um eine historisch korrekte Ausarbeitung wird gebeten.

 

Hier die historisch korrekte Grabsteinbeschriftung:

JOHANN MARQUARD
HEGELUNDT PASTOR
GEB: D: 11 t NVBR. 1755.
GEST: D: 8 t SPTBR. 1825.

MARGARETHA
HEGELUNDT, GEB:
TETENS
GEB: D: 8 t MÄRZ 1767.
GEST: D: 3 t MÄRZ 1851.

 

Galerie Grabstein



Quellen:
Schleswiger Nachrichten 28.12.2013,
Die Kunstdenkmäler des Landes Schleswig-Holstein, Stadt Schleswig, Kirchen, Klöster, Hospitäler, Deutscher Kunstverlag 1985, Beiträge von Veronika Darius, Dietrich Ellger und Christian Radtke

Stand: 28.Dezember 2013