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Hans Nissen wurde 1885 auf der dänischen Insel Alsen geboren und erlernte den Beruf des Textilkaufmannes. Nachdem er in Flensburg und Lübeck gearbeitet hatte, machte er sich im Jahr 1907 in Schleswig selbstständig mit einem Damen- und Kinderkonfektiongeschäft. Betont werden muss, dass es sich um ein Kontant-Geschäft handelte, d.h. der Kunde konnte die Ware nur gegen Barzahlung erwerben, aus diesem Grund konnte Hans Nissen seine Ware etwas preiswerter als seine Mitbewerber anbieten. Diese Besonderheit verdankte Nissen seinen Oekelnamen „Hans Kontant“. Nach einem Umbau der Verkaufsräume 1908  bot er auch Herrenkonfektion und Schuhwaren an.  Im Jahr 1909 brannte das Geschäft aus – die Schleswiger spotteten: Hans Kontant ist abgebrannt.

Zunächst eröffnete Nissen seinen Laden im Stadtweg 15/17, im Jahr 1911 mietete  Nissen Geschäftsräume im Stadtweg 20, das später als das „Nissen-Haus“ nahezu jedem Schleswiger bekannt war. Dieses Gebäude stand schon 1889, in jenen Jahren wohnte dort der Zimmermeister Ove Jepsen mit seiner Familie und führte eine Holzhandlung mit einem Baugeschäft. Im Hof befand sich neben Ställen auch die Werkstatt. Die Geschäfte müssen für Jepsen gut gelaufen sein, denn 1903/04 ließ er das Haus sehr aufwendig zu einem Wohn- und Geschäftshaus umbauen. Dabei erhielt das Gebäude das kleine Türmchen und die Fassade, die es bis zum Abbruch 1982 hatte.

Mit einem erneuten großen Umbau im Jahr 1914 wurde das Textilkaufhaus von Hans Nissen das größte in der Stadt, 1929 wurde der Anbau an der Bismarckstraße errichtet. Mit der Änderung der Geschäftsform 1936 bekam das Unternehmen den Charakter einer offenen Handelsgesellschaft. Inhaberin war Erika Hinrichs, geb. Nissen. Das Geschäft wurde von Hans Nissen und seinem Sohn Hans Anton Nissen geführt. Ende der 50er Jahre beschäftigte das Kaufhaus Nissen rund 50 Mitarbeiter.

1965 wurde das Geschäft an die Flensburger Textileinzelhandelsfirma Uldall verkauft. Im gleichen Jahr plante Uldall einen großzügigen Neubau, dreigeschossig zur Bismarckstraße und viergeschossig zum Stadtweg. Aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage wurden die Neubaupläne 1966 aufgegeben. 1975 stand Uldall vor dem wirtschaftlichen Aus und die Firma Sievers hatte die Absicht, das Uldall Haus zu kaufen, um es abreißen und durch einen Neubau ersetzten zu lassen. Auch diese Pläne scheiterten, im Folgejahr  pachtete die Textilfirmal Hettlage & Lampe aus Kiel die Geschäftsräume.

1980 wurde festgestellt, dass die Bausubstanz des Gebäudes durch die verschiedenen Nutzungen und Umbauten stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, so dass eine Sanierung nicht sinnvoll erschien. Im August 1982 erfolgte der Abbruch.

 

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