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In der Reihe „Schleswiger Fachgeschäfte“ wurde in der April-Ausgabe 1966 der Schleswiger Monatshefte das Elektrofachgeschäft von Johannes Bannick in der Friedrichstraße 89 vorgestellt. Auch heute finden die Schleswiger unter dieser Adresse ein Elektrofachgeschäft – die Elektrotechnik Simon GmbH.



Schleswiger Fachgeschäfte
Johannes Bannick
Fachgeschäft für Elektro – Radio – Fernsehen

Werbung 1957

Im April kann die Firma Johannes Bannick, Elektro-Radio-Fernsehen, auf ein 40-jähriges Bestehen zurückblicken.
Johannes Bannick, geborener Friedrichsberger, gründete mit seiner Frau im April 1926 in der Friedrichstraße 65 (heute Foto-Münch) ein Elektro-Installationsgeschäft. In einer Anzeige wurde darauf hingewiesen, dass sämtliche im Fach vorkommenden Arbeiten übernommen und schnell und sauber ausgeführt werden.
Mit geringsten Mitteln, aber in zäher Arbeit schuf Elektro- und Rundfunkmechanikermeister Johannes Bannick einen umfangreichen Betrieb der Elektro-Branche, unterstützt von seiner Frau, die das Ladengeschäft und das Büro führte. Sein Fachwissen und Fleiß führten führten dem Geschäft viele Kunden aus dem Kreise Schleswig zu, welche seinen Rat für die zu der Zeit einsetzenden „Elektrifizierung“ gern hörten und schätzten.
Es war in dem Gründungsjahr, als noch sogenannte „Petroleumsgenossenschaften“ auf den Dörfern bestanden. Diesen waren z.T. die Verhandlungspartner für die gewünschte Elektrifizierung. Der erste große Auftrag war die Installation von Gut Eschelsmark bei Bohnert und der Ausbau des Ortsnetzes Ellingstedt. Im Jahre 1927 wurde Schuby-Friedrichsfeld mit einem Ortsnetz versehen und für zwanzig Teilnehmer der Hausanschluß gelegt.
1928 wurden in neun Orten um Satrup umfangreiche El.-Anlagen installiert. Gut Sophienhof im Kreise Eckernförde wurde erschlossen und 1929 Gut Lehmberg. In den Ortschaften Langholz mit dem Schullandheim der Lornsenschule an der Eckernförder Bucht wurden ebenfalls von der Firma Bannick die Stromleitungen verlegt, damit das elektrische Licht auch dort seinen Einzug halten konnte.

Johannes Bannick, Friedrichstraße 89

Doch auch in Schleswig und seiner näheren und weiteren Umgebung wurden, trotz des allgemeinen wirtschaftlichen Rückgangs, viele Anlagen installiert. Diese z.T. weit auseinanderliegenden Arbeitsstätten wurden fast aussschließlich auf dem Fahrrad erreicht und erforderten einen immer größer werdenden Kreis von Mitarbeitern.
Jedoch Anfang der 30er Jahre war auch in der Elektro-Installation der Niedergang der Wirtschaft zu spüren. Mit allen Mitteln, wie der Elthilfe und Darlehen der Brandkassen, wurde versucht, Arbeit zu beschaffen.
Der weite Kundenkreis und das erworbene Vertrauen der Kundschaft halfen wesentlich mit, diese schweren Jahre zu überstehen und ermöglichten es, im Jahre 1931 das heutige Geschäftsgrundstück Friedrichstraße 89 zu erwerben.
Die Jahre der politischen Spannungen und Wirren und die Herstellung von Rundfunk-Netzgeräten zu erschwinglichen Preisen brachten neue Möglichkeiten im Handel, welche genutzt und ausgebaut wurden. Die Mitte der 30er Jahre waren u.a. bestimmt durch umfangreiche Arbeiten im Kreise Husum und Aufträgen der allgemeinen Entwicklung und Arbeitsbeschaffungen. So wurde es im Jahr 1939 erforderlich, die Geschäftsräume, insbesondere den Laden, zu erweitern.

Noch vor Beendigung des Umbaus brach der 2. Weltkrieg aus und damit der völlige Stillstand im weiteren Planen und Ausbauen.

Musikbar

Die Unentbehrlichkeit des elektrischen Stromes auch oder gerade in der Kriegs- und Nachkriegszeit halfen mit, dass auch diese schweren Jahre überstanden wurden, bis nach 1948 das wirtschaftliche Leben wieder in Gang kam.
Vieles war nachzuholen und neu zu schaffen. Die beginnende Bautätigkeit und der große Bedarf waren auch in der Elektro- und Rundfunkbranche zu spüren. Große Arbeiten wurden ausgeführt, u.a. Friedrichsberger Lichtspiele, die ersten 176 Wohnungen in St. Jürgen, die Kreisberufsschule, das Kreisaltenheim, Umbau des Stadttheaters und viele Bauten in Schleswig Süd und allen Neubaugebieten.
Mit dem Beginn des Fernsehens wurde auch dieser Zweig der Radiobranche aufgenommen und stetig ausgebaut. Weitere Um- und Ausbauten der Geschäftsräume waren erforderlich, um dem immer umfangreicheren Angebot an Lampen, Elektro-, Fernseh- und Rundfunkgeräten genügend Platz zu geben.
Moderne Ausstellungs- und Vorführräume sowie Werkstätten wurden geschaffen, um auch hier die Wünsche und Ansprüche der Kundschaft befriedigen zu können. In allen Jahren war oberstes Gebot der Firma Johs. Bannick, fachmännische Arbeit, reelle Bedienung und ein stets schneller und zuverlässiger Kundendienst. Das Fundament hierfür waren tüchtige und erfahrene Mitarbeiter, die z.T. über 10 und 20 Jahre dem Betrieb angehören und die einerseits eine gute Zusammenarbeit im Betrieb und andererseits ein vertrauensvolles Verhältnis zum Kunden gewährleisten.

Seit 1928 gehört Elektro-, Rundfunk- und Fernsehmechanikermeister Ernst Hansen zu dem Hause Bannick. Frohe und ernste Tage erlebte er gemeinsam mit dem Ehepaar Bannick und war stets ein sachlicher und fachlicher Berater. Er trägt einen wsentlichen Anteil an dem Fortbestand der Elektro-Firma durch die Wirren der Zeit und teilt sich heute als Prokurist mit den Inhabern der Fa. Johs. Bannick Frau Anna Bannick und Hanns-Peter Bannick die umfangreichen Arbeiten und Entscheidungen, die ein Betrieb mit fast 40 Gesellen, Lehrlingen und Angestellten, täglich erfordert.

Teil der Radio- und Fernsehwerkstatt

Leider war es dem Vater des jetzigen Geschäftsführers Hanns-Peter Bannick nicht vergönnt, die heutige Entwicklung des von ihm gegründeten Geschäftes zu erleben. Nach schwerer Krankheit verstarb er Ostern 1957. Johannes Bannick war Obermeister der Elektroinstallateurinnung für die Kreise Schleswig und Eckernförde, stellvertretender Landesinnungsmeister und darüber hinaus im Vorstand vieler Institutionen und Vereine.
Die Söhne Hanns-Peter und Rudolf erhielten ihre Ausbildung als Elektromeister, bzw. Elektroingenieur. Während Rudolf Bannick seit 1961 bei der AEG tätig ist, trat H. P. Bannick nach gründlicher Ausbildung in anderen Betrieben 1961 in das elterliche Geschäft ein.

Auch heute ist die Fa. Johs. Bannick eines der führenden Fachgeschäfte in der Elektro-Installation, im Radio und Fernsehen in Schleswig.

Moderne Industrieanlagen wie der Mühlen- und Silo-Neubau der Fa. Johs. Diercks in Busdorf, das Betonwerk Struve mit seinen automatischen Beton-Misch- und Verarbeitungsanlagen u.a. mehr sind heute ein wesentlicher Teil der Arbeitsgebiete in der Installation.

Wo die blauen Kundendienst-Wagen mit der weißen Beschriftung der Firma Bannick stehen, kann der Kunde überzeigt sein, einen guten Kundendienst und eine prompte Lieferung aus einem Fachgeschäft für Elektro, Radio und Fernsehen zu erhalten.

(Schleswiger Monatsheft, April 1966)