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3. August 2021
Aus der Fotokiste - 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schleswig, Juni 1966

Schleswig Kalender 2022

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Ende März 2021 wurde mit dem Abbruch des Hauses Gallberg 40a begonnen. Offensichtlich hatte das Haus einen Eigennamen, denn in der Fassade war eine Tafel mit dem Schriftzug „Abendruhe“ eingelassen.

Diese Tafel gab den Anlass zu einer weiteren Recherche – warum stand dort „Abendruhe“ und wer hat das Haus seinerzeit gebaut?

Villa Abendruhe, Gallberg Schleswig
In den oberen Ecken sind die Initialen „O“ und „S“ eingelassen,
in den unteren Ecken „18“ und „94“.



Otto Schnittger erblickte im Jahr 1827 das Licht dieser Welt und war der ältere Bruder des bekannten Fotografen, Maler und Autor Christian Nicolaus Schnittger. Aber auch der spätere Hauptpastor Otto Schnittger und seine Ehefrau Doris wandten sich der Malerei zu und hinterließen „manche aufschlussreiche Bilder“, wie der Chronist Theo Christiansen schreibt.
Otto Schnittger arbeitete ab 1864 als Domprediger und war von 1880 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1894 als Hauptpastor tätig.

Herrenkoppel am Gallberg Schleswig

In diesem Jahr erwarb der Hauptpastor a. D. Schnittger von der Stadt Schleswig ein Stückchen Bauland, nämlich die Parzelle 13 auf der damaligen „Herrenkoppel“, die direkt am Gallberg lag. Hier errichtete er seinen Altersruhesitz und verlieh ihm den Namen „Villa Abendruhe“. Der Kaufvertrag ist auf den 28. Juni 1894 datiert.

Sein Bruder C. N. Schnittger verewigte den Hauptpastor 1887 auf einem Ölgemälde, das im Schleswiger Dom zu besichtigen ist.
Auf der Einweihungsfeier des Reventlou-Beseler-Denkmals vor dem Amtsgericht am 24. Juli 1894 hielt Hauptpastor Otto Schnittger die Festansprache sowie auf der Feier zur Grundsteinlegung des Domturmes am 8. August 1889 die Weihrede.

Der Heimatforscher Heinrich Philippsen brachte 1904 eine Neuauflage des Buches „Erinnerungen eines Schleswigers“ von C.N. Schnittger heraus. Diese Auflage widmete er Schnittgers Bruder, dem Hauptpastor a. D. Otto Schnittger. Philippsen verband eine enge Freundschaft mit C. N. Schnittger.


Die Villa „Abendruhe“ ging im Juli 1920 in den Besitz des Landessekretärs Emil Franz über, der im Stadtweg 48 wohnte. 14 Jahre später wohnte der Landessekretär im Ruhestand zusammen mit der Witwe Henriette Hilgenfeld in der Villa. Im Jahr 1938 wohnte Franz noch dort, Eigentümerin war aber mittlerweile Anneliese Ehlert. Als neuer Bewohner wird der Bankangestellte Hans Walter Hansen erwähnt.

Die Wohnungsnot nach dem Krieg sorgte 1950 für ein volles Haus. Eigentümerin war nach wie vor Ehefrau Anneliese Ehlert, die jedoch in der Wiesenstraße 1 wohnte.
Die weiteren Bewohner der Villa „Abenderuhe“: Schlachtergeselle Jürgen Clausen, Zimmerer Hans Groth, Schüler Kurt Habernoll, Max Habernoll, Geschäftsführer Friedrich Hartog, Witwe Luise Jepsen, Bäckermeister Georg Pirschel sowie als Abschluss dieser bunten Truppe Landwirt Gustav Winkelmann.

Die Betontafel mit der Inschrift „Abendruhe“ konnte vor der Zerstörung gerettet werden und befindet sich nun in Privatbesitz.