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Das seit langer Zeit leerstehende Haus Domziegelhof Nr.33/33a wird Mitte November 2016 von der Stadt Schleswig abgebrochen. Dazu die Pressemeldung der Stadt: 


„Die Stadtverwaltung Schleswig wird ab Montag, dem 14.11.2016, das baufällige Gebäude Domziegelhof 33/33 a in Schleswig abreißen lassen. Grundlage des Abrisses ist eine sogenannte Ersatzvornahme, d.h. die Stadt handelt und zahlt ersatzweise, wenn der Immobilien-Eigentümer einer Beseitigungsanordnung (§ 59 der Landesbauordnung) der Stadt nicht nachkommt. Nachdem diese Anordnung dem Eigentümer zugestellt worden war und er der Aufforderung zur Beseitigung des baufälligen Gebäudes nicht nachgekommen war, ist die Stadt jetzt befugt, selbst tätig zu werden. Die für die Maßnahme erforderlichen Mittel sind im Haushalt 2016 eingeplant.“

 

Über die Geschichte des Hauses:
Der Heimtforscher Philippsen hat bis ins Jahr 1712 recherchiert, damals gehörte das Haus auf diesem Grundstück mit der historischen Adresse VII.Quartier Nr.187 einer Frau Anna Cath. Hansen. Weitere Eigentümer waren  Joh. Peter Köhler (1773), H. M. Scheller (1815)  und die Witwe Wilhelmine Meves (1888). Im Adressbuch des Jahres 1878 wird der Zimmermann Joh. Meves genannt, vermutlich war er der Ehemann der späteren Witwe Meves.

Seine gegenwärtigen Ausmaße erhielt das Haus durch einen großen Um-und Aufbau, den der Besitzer und Arbeiter Christian Staack 1902 durchführen ließ. Seitdem wurde das Gebäude baulich nicht bedeutend verändert. Die Mieter, die dort wohnten, mussten sich mit dem schlechten Zustand des Gebäudes arrangieren, so stand im Jahr 1917 für vier Familien nur ein Abort zur Verfügung. Eine Beschwerde bei der Baupolizei hatte den Einbau eines zweiten Abortes zur Folge.

Es gab zahlreiche Beschwerden der Mieter über die schlechten Zustände im Haus. Ob nun über den schlechten Fußboden, oder dem abbruchreifen Schornstein, fast immer mussten die amtlichen Stellen den jeweiligen Eigentümer zur Beseitigung der Mängel auffordern.
Anfang der 1930er Jahre wohnte die Wirtschafterin Anni Sprung mit ihrem Mann Kurt, einem Kupferschmied, im Haus Nr.33a. Sie bemängelten, dass die Türen zur Wohnung nicht abschließbar waren, da weder Schlösser noch  Drückergarnituren an den Türen vorhanden waren. Der Eigentümer, der Weichensteller Peter Kallsen, plante 1934 den baufälligen Teil des Hauses abzureißen und durch einen neuen Anbau zu ersetzten. Diese Baumaßnahme wurde jedoch nicht umgesetzt.
Mehrere Jahre lang wohnte Anna Düsselbach in dem Haus Nr.33, das sich seinerzeit schon in einem sehr schlechten Zustand befand. Frau Düsselbach beschwerte sich bei offizieller Stelle, dass es seit Jahren in ihre im oberen Stockwerk gelegene Wohnung hineinregnet. Die Eigentümerin, die Witwe Marg. Kallsen, die nebenan in der Nr.33a wohnte, weigerte sich zunächst, Reparaturen durchführen zu lassen, da sie seit zwei Jahren ohnehin die Absicht hatte, das Haus wegen Baufälligkeit abbrechen zu lassen. Das Wohnungsamt verfügte jedoch aufgrund der akuten Wohnraumnot, die in der Stadt wegen der unzähligen Kriegsflüchtlingen herrschte, die vorläufige weitere Nutzung des Gebäudes mit seinen Mietwohnungen.

Die Verkleidung der Hausfassade 1975 mit „Ambit-Fassaden-Platten“ verbesserte keineswegs die schlechte Bausubstanz, sondern diente eher einer optischen Aufwertung. Die Anbringung dieser Fassadenplatten wurde vom Bauamt mit dem Vermerk „schlechter kann die Fassade dadurch auch nicht werden“ genehmigt.  Das seit vielen Jahren unbewohnte Haus wird nun, wie es schon  1946 vorgesehen war, abgebrochen.



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