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Im März 2005 berichten die Schleswiger Nachrichten über die Absicht des Friedrichsberger Kirchenvorstandes, die Friedenskirche am Husumer Baum abzubrechen. Diese Entscheidung wurde getroffen, da sich das Gebäude zu dieser Zeit in einem baulich schlechten Zustand befand und eine notwendige Sanierung etwa 350.000 Euro betragen hätte. Zudem wurde das Gotteshaus nur noch selten genutzt, die regulären Gottesdienste finden seit 1997 in der Dreifaltigkeitskirche statt.

Am Sonntag, 29.Mai 2005 fand der letzte Gottesdienst, der Abschiedsgottesdienst, in der Friedenskirche statt. Der Bischof Dr. Hans-Christian Knuth führte die „Entwidmung“ des Kirchengebäudes durch, d.h. das sakrale Gebäude wurde in ein „weltliches“ zurückgeführt. Den Abschiedsgottedienst leiteten die Pröpstin Johanna Lenz-Aude sowie die Gemeindepastoren Norbert Wilckens und Karsten Winter.

Die Orgel der Friedenskirche wurde an die katholische Gemeinde in Aschendorf verkauft. Ursprünglich stammte die Orgel aus der 1971 abgebrochenen Michaeliskirche. Die Sitzbänke, das Taufbecken sowie der Altar wurden entsorgt. An der kleineren der beiden Kirchenglocken hatte die Gemeinde Rabenkirche Interesse, für die andere Kirchenglocke interessierte sich eine christliche Gemeinde in Taiwan.

Die Kirche wurde Ende der 1960er Jahre von dem Schleswiger Bauunternehmer Günther Lorenzen errichtet. Die Einweihung erfolgte 1968, die Baukosten beliefen sich auf umgerechnet 450.000 Euro. Ausgelegt war die Kirche für 450 Personen.
Grund für den Bau dieser Kirche war die Ansiedlung von 1500 Soldaten in Friedrichsberg, von denen 75% der Kirche zugehörig waren. Die Zahl der Gemeindemitglieder belief sich 1968 auf 8500, im Jahr 2005 waren es nur noch etwa 4000.

Nach 37 Jahren ist gerade sein Sohn, der Architekt Kai Lorenzen-Silbernagel, derjenige, der den Abbruch der Kirche vornimmt. Im August 2005 begann das Abbruchunternehmen Jessen aus Ülsby mit der Demontage der Kirche. Nach dem Abbruch des Kirchengebäudes wurde der 35m hohe Turm mit Hilfe von zwei Kränen abgebaut.

Auf dem geräumten Kirchengelände sind seniorengerechte Eigentumswohnungen entstanden, die von der Kropper Baugesellschaft NB Wohnbau errichtet wurden.

An die Friedenskirche erinnert sich auch die „Butenschleswigerin“ Frau Ursula Gensch, sie schreibt :

 

Wir nannten die Kirche früher „Raketenabschussrampe“, wenig passend zu dem Namen „Friedenskirche“.
Im Friedrichsberg gab es also zwei Kirchen. Dazu möchte ich Ihnen eine kleine Episode erzählen. Mein Mann, Pastorensohn und ziemlich unsteter Geist, konnte kaum zwei Sonntage hintereinander in die gleiche Kirche zum Gottesdienst gehen und suchte sich jeden Sonntag etwas anderes in Stadt und Land für den Kirchgang aus.
Es mag im Jahr 1971 gewesen sein, dass wir an einem Sonntag mit unseren beiden „Großen“ (9 und 6 Jahre alt) in der Friedenskirche zum Gottesdienst waren und am kommenden Sonntag in der Dreifaltigkeitskirche. Der Pastor kam vor dem Beginn des Gottesdienstes zu unserer Bankreihe und flüsterte meinem Mann etwas ins Ohr. Mein Mann teilte mit flüsternd die Botschaft mit, deren Inhalt : Er predigt heute das Gleiche wie am letzten Sonntag, da er nicht damit rechnen konnte, dass Gemeindemitglieder abwechselnd in der einen und der anderen Kirche den Gottesdienst besuchen würden.
Wir fanden es nett, dass er sich bei und gewissermaßen dafür entschuldigte. Während der Predigt beugte sich aber unserer 6jähriger Sohn zu seinem Vater und fragte leise : „Vati, hat der Pastor nicht letzten Sonntag dasselbe erzählt ?“

 

Galerie Friedenskirche

Textquellen : SN 09.03.05, 26.03.05, 28.05.05, 22.07.05, 29.07.05, 24.08.05

Für das überlassene Bildmaterial bedanke ich mich bei Herrn Forster und Herrn Jöhnk.

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