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Aus zeitlichen Gründen kann ich an dieser Stelle nur einen kleinen Einblick in die Enstehungsgeschichte des Turmes geben. Der Bau des Turmes verlief über einige Jahre, begleitet von Baustopps und Zwangsversteigerungen. Dies alles historisch lückenlos aufzuarbeiten, schaffe ich aus zeitlichen Gründen nicht.
Aus diesem Grunde beinhaltet der folgende Text nur einige Fakten über den Turmbau.

 

 

 

Wikingturm Schleswig

Der Wiking-Komplex im März 2009.



1970 besuchte der Ministerpräsident Dr.Lemke die Schleistadt und bezeichnete das Bauvorhaben „Alter Garten“, das später unter dem Begriff „Wiking-Projekt“ bekannt werden sollte, als „wirtschaftlich vernünftig, Idee gut, ästhetisch noch zu prüfen.“

Es gab verschiedene Entwürfe für den Bau des „Wiking-Projektes“. Den vom Gutachterausschuss empfohlenen Entwurf der Kieler Architekten Weidling und Kettner sah den Bau eines 47 Meter hohen Hotelturms sowie drei weiterer Türme unterschiedlicher Höhe vor. Letztendlich entschied sich die Ratsversammlung aber für den vom Gutachterausschuss abgelehnten Entwurf des Bauherrn Dr.Hisam, das den Bau eines einzigen hohen Turmes mit angeschlossenen Sport- und Freizeitzentrum vorsah.

Im April 1970 begannen östlich der Halbinsel „Alter Garten“ Aufschlussbohrungen für die Gründung des neuen Turmes. Für diese Bohrungen traf eine kleine Bohrinsel in Schleswig ein.
1971 begann die Aufschüttung einer künstlichen Bauinsel im östlichen Bereiches der Halbinsel „Alter Garten“. Da die Baugrube 1,90 Meter tief war und somit 1,20 Meter unter Normalnull lag, mußte das Grundwasser um etwa 2 Meter abgesenkt werden. Die Fundamentplatte liegt auf 50 Bohrpfeilern, die fast 30 Meter lang sind und in der künstlichen Bauinsel versenkt wurden.
Im April 1972 war bereits der Kern des Turmes zum Teil hochgezogen. Der Bauherr hatte die Absicht, den Turmbau bis zum Beginn der Olympischen Segelwettbewerbe im Spätsommer 72 in Kiel fertigzustellen.
Das Richtfest des Wikingturmes fand am 10.August 1972 statt. Der Bauherr Dr.Horst-Günther Hisam sprach vor etwa 1000 Gästen über die Hoffnung, daß der Bau des geplantes Sport- und Freizeitzentrum „Port Wiking“ ein Erfolg mögen werde. Die Attraktionen des Richtfestes waren eine drei Meter hohe Torte in der Form des Turmes sowie ein Ochse am Spieß und eine Wasserski-Vorführung.
Im April 1973 war der Turm bereits fertiggestellt, der Bau des Sport- und Freizeitzentrums lief auf hochtouren. Geplant war ein Hotel mit 100 Betten mit seperater Schwimm- und Tennishalle. Anfang 1974 sollte der Betrieb aufgenommen werden.

Zu einem überraschenden Baustopp des 40-Millionen DM unfassenden Projektes kam es im Juli 1973. Der Bauherr, die Dr.Hisam-Gruppe, war zahlungsunfähig, die Landesregierung bewertete dies als eine „unternehmerische Fehlleistung“. Ministerpräsident Dr.Gerhard Stoltenberg machte sich zusammen mit den Politikern Otto von Wahl, Heinz Bartheidel und Dr.Egon Schübeler selber ein Bild von dem im Bau befindlichen Sport- und Freizeitzentrum. Das Wiking-Projekt wurde von den Zeitungen als „teuerste Bauruine Norddeutschlands“ bezeichnet.

Im April 1976 drohte dem gescheiterten Wiking-Projekt die Zwangsversteigerung. Es bestand keine Hoffnung mehr auf eine außergerichtliche Regelung. 1977 plante die Stadt Schleswig, in dem Obergeschoss des halb fertigen Wikingkomplexes das städtische „Haus des Gastes“ einzurichten. Urprünglich sollte in diesen Räumlichkeiten ein Hotelbetrieb angesiedelt werden.
In mehreren Zwangsversteigerungen ging das „Ferienzentrum“ in den Besitz der Landesbank Schleswig-Holstein über. Allein die Schuldenlast des Wikingturms hatte 32 Millionen DM betragen.
Die ersten Appartement-Besitzer zogen am 1.November 1977 in den 80 Meter hohen Wikingturm ein. Der Verkauf der Wohnungen wurde durch die Landesbank vollständig abgewickelt. Insgesamt verfügt der Turm über 241 Appartements, die zu einem Quadratmeterpreis von 900 bis 2000 DM verkauft wurden.
Im Obergeschoss des Turmes wurde ein Restaurant eingerichtet, das über 90 Plätze verfügt. Von dort hat der Gast eine wunderbare Aussicht über die Schleistadt.

 

 

Wikingturm Schleswig

Blick vom Wikingturm auf den „Alten Garten“.
Im Hintergrund das Oberlandesgericht.

 

Von einem Besucher der „alten-schleihalle“ wurden mir einige Bilder zur Verfügung gestellt, die den Bau des Wikingturmes dokumentieren.

Herr Torsten Hansen schreibt dazu folgendes :
“ Ich habe damals in der Bauphase einen neuen Fotoapparat geschenkt bekommen und, weil seinerzeit Dias und Dia-Vorführungen mit Salzstangen groß in Mode waren, eine Serie von ca. 10-12 Aufnahmen über den Baufortschritt des Turms 1972-1974 gemacht (so aus verschiedenen Perspektiven, auf der Baustelle hatte ich natürlich keinen Zutritt) „.

Die Dias waren zum Teil sehr gealtert und verfärbt, ich habe versucht, die Bilder so weit es mir möglich ist, zu verbessern. Trotz der teilweisen schlechten Qualität sind diese Bilder für die Dokumentation der Wikingturm-Bauphase sehr wertvoll.

Noch einmal vielen Dank für die Zusendung der Bilder !

 

Wikingturm Schleswig

Januar 1972
Blick über die Schlei.

Wikingturm Schleswig

Januar 1972
Der Kern entsteht.

Wikingturm Schleswig

April 1972
Der Kern wächst langsam in die Höhe.

Wikingturm Schleswig

Mai 1972
Wie der Turm einmal aussehen wird, ist schon zu erkennen.

Wikingturm Schleswig

August 1972
Blick über den Burggraben.

Wikingturm Schleswig

August 1972
Blick über den Yachthafen.

Wikingturm Schleswig

August 1972
Von der Michaelisallee.

Wikingturm Schleswig

Januar 1973

Wikingturm Schleswig

Juni 1973
Am Stadthafen. Am rechten Bildrand ist ein Teil
der alten Hafenühle zu sehen.

Wikingturm Schleswig

Juni 1973

Wikingturm Schleswig

Juni 1973
Am Yachthafen.

Wikingturm Schleswig

Juni 1973

Wikingturm Schleswig

September 1973
Der Bau des Sport- und Freizeitzentrums.

Wikingturm Schleswig

September 1973

Wikingturm Schleswig

Juni 1974
Blick von der Michaelisallee.

Wikingturm Schleswig

Juni 1974
Schleistraße und Südhang.

Wikingturm Schleswig

Juni 1974

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