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Der „Beat der Nationen“ erreichte 1965 auch unsere beschauliche Schleistadt. Wolfgang Janke war mit seiner Kamera unter den Jugendlichen, die am 28. Oktober 1965 an dem Beatabend der „musik parade“ im Ballhaus Hohenzollern teilnahmen. Die „musik parade, Europas größte Musikzeitschrift“, veranstaltete den „Beat der Nationen“ überregional, so z.B. auch im Deutschen Haus in Flensburg.

Einer Announce in den Schleswiger Nachrichten konnten die Jugendlichen entnehmen, welche Stars nach Schleswig kamen – The Lords aus Berlin, The Fireballs aus der Schweiz, The Big Six aus Schottland mit der Sängerin Barry St. John sowie Tony Sheridan mit seiner sensationellen Show.
Selbst die biederen und erzkonservativen Schleswiger Nachrichten, die sonst nicht von den unzähligen Beatveranstaltungen in der Stadt berichteten, veröffentlichten einen Nachbericht über den „Beat der Nationen“. Dieser fiel aber alles andere als sensationell aus.

Beat der Nationen, Hotel Hohenzollern Schleswig 1965
Schleswiger
Nachrichten
23.10.65

„Spaß und Krach“ – das war der „Beat der Nationen“ in den Augen des Zeitungsredakteurs, der unter dem Kürzel „L.“ die Kritik verfasste. Der Redakteur beschrieb die Veranstaltung als „Rhytmus plus Melodie, elektrisch verstärkt, dazu Geräuschkulisse, auch zur Hebung des Publikumsbefalls dazu das Tänzeln, Stampfen und Wackeln der Beater (oder heißen die „Beats“).“ Weiterhin wird dem Leser mitgeteilt, dass das Publikum nicht zum Überschwank neigte, die Jugendlichen saßen eher ruhig auf den Stühlen, vorzugsweise auf den Sesseln im Randbereich des Saales – „denn Beater mögen es bequem.“ Die Mädchen waren adrett gekleidet, anstatt „Pilzköpfe“ trugen sie „lange Haare mit Stirnfransen.“ Unter den Jungs waren nur einige „Extreme wie die karierte Mütze zur Windjacke“ anzutreffen.

Die Beschreibung der Kleidung der einzelnen Musiker erschien „L.“ wichtiger, als die Musikdarbietungen selbst. Über den Auftritt von Tony Sheridan, der heute als Mitbegründer der Beatmusik gilt, hielt „L.“ folgendes fest: „Noch kräftiger wurde der Beifall, als Tony Sheridan, groß, schlank, in weißem Sporthemd mit seiner Gitarre erschien: das Kreischen aus dem Saalhintergund schien freilich aus einer Tonkonserve, nicht aus Schleswiger Kehlen zu kommen. Tony Sheridan zündete aber wirklich, das Mitsingen allerdings, zu dem der Star auf deutsch aufforderte, kam nicht recht in Gang.“

Als letzter Act des Abends traten „The Lords“ auf die Bühne und reizten die Zuhörer zum Eskalieren: „Ihr prächtiges Musizieren und ihr zwanglos-fröhliches Benehmen rissen das Publikum zu Extrahuldigungen hin: Papierbälle flogen auf die Bühne.“