Zuckerfabrik





Im Herbst 1953 lief die erste Zuckerkampagne in der Zuckerfabrik nach einer 8 monatigen Bauzeit an. Als Grundlage diente die alte Flugzeughalle des Seefliegerhorstes Schleswig.
Ursprunglich sollte die Fabrik in Kappeln/Ellenberg errichtet werden, doch die Entscheidung ist zu Gunsten der Stadt Schleswig gefallen.

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Die Zuckerfabrik in den 1950er Jahren.

In einem Bericht über die damalige Zucker AG aus dem Jahr 1958 heißt es:
"Eine gewaltige weiße Rauchwolke wird Ende September den Schleswigern und jedem Durchfahrenden zeigen : Die Zuckerfabrik arbeitet wieder, die Kampagne ist angelaufen !
Unzählige Lastwagen, mit Zuckerrüben beladen, durchfahren die Stadt und die Kreisbahn wird pausenlos Waggons vom Bundesbahnhof zum Kreisbahnhof und von dort weiter zur Fabrik transportieren ! Die Zuckerfabrik arbeitet Tag und Nacht und der letzte Arbeitslose verschwindet von der Stempelstelle !"
In diesen Jahren waren etwa 450 Personen während der Kampagne bei der Zucker AG beschäftigt.

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Die Vorratsrüben werden in einem Silo gelagert, zu diesem Zweck
werden die Waggons und Lastkraftwagen mit einer Kippanlage entladen
und die Rüben auf Förderbändern in das Silo transportiert.


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Die Rüben für die sofortige Verarbeitung werden mit starkem Wasserdruck
aus den Waggons und Lastwagen (und aus dem Silo) herausgespritzt
und in die Fabrik geschwemmt.

Die Fabrik verfügte über ein eigenes Elektrizitätswerk sowie über eine Pumpstation für das zur Produktion benötigte Wasser. An der betriebseigenen Kaianlage haben Schiffe Kohle aus dem Ruhrgebiet und Kalksteine aus dem Ausland angeliefert.
Für eine Kampagne wurden 1958 etwa 20000 Tonnen Kohle und 10000 Tonnen Kalkstein benötigt.
In dem Jahr 1957 verarbeitete die Zucker AG täglich 2700 Tonnen Zuckerrüben, während der gesamten Kampagne waren es 270000 Tonnen Rüben. Aus diesen Rüben und Auslandsrohrzucker wurden 43000 Tonnen Zucker erzeugt. Diese Unmenge an Zuckerrüben wurden mit 22000 Fahrzeugen (LKW und Waggons der Bundesbahn zu gleichen Teilen) angeliefert.
Damit während der 3 monatigen Kampagne nicht alle der damaligen 5000 Rübenbauer ihre Rüben gleichzeitig anliefern, wurde den Rübenbauern eine genaue Anweisung erteilt, wann sie anzuliefern hatten. So konnten sich die Bauern das Roden ihrer Rübenfelder einplanen.
Quelle: Schleswig 08/09 1958