Bereits im März 2010 hatte der Erlebnispädagoge Jens Nielsen (
Agentour Zeitensprung) den Antrag bei der Stadt Schleswig gestellt, das Graukloster am Rathaus als Ort für besondere
Kulturveranstaltungen nutzen zu dürfen. Dieser Antrag wurde zunächst von der Stadt abgelehnt mit der Begründung, dass die "Einhaltung bestehender Brandschutz-, Sicherheits-
und Hygieneauflagen nicht gewährleistet wäre."
Die von Nielsen geplante historische Zeitreise wäre beinahe gescheitert, denn auch der Kulturamtsleiter Dr.Holger Rüdel sprach sich gegen diese Veranstaltung im Graukloster aus,
seiner Ansicht nach wäre es nicht möglich gewesen, "den konzeptionellen Wünschen Nielsen Rechnung zu tragen". Der Ratsherr Frank Neubauer (CDU) bedauerte diese Entwicklung, seiner Meinung nach
sei die Stadt nicht in der Lage, flexibel genug zu handeln und es würde allzusehr auf Verordnungen geschielt.
Der Bürgermeister Thorsten Dahl erklärte in einer Pressemitteilung, dass er die Pläne für mittelalterliche Festivitäten im Graukloster aus baurechtlichen Gründen ablehnen müsse.
Nachdem das Konzept zur Durchführung der Tafeley von der Agentour Zeitensprung leicht abgeändert wurde, hat der Bürgermeister Dahl zwei "Klösterliche Tafeleyen" pro Jahr
im Graukloster genehmigt. Die Veranstaltung wurde von der Gotischen Halle in den Kreuzgang verlegt, damit die Wandmalereien und der Fußboden der Halle keine Schaden nehmen. Weiterhin ist die
Teilnehmerzahl auf 30 Personen beschränkt worden.

Bürgermeister Thorsten Dahl (li) und Kulturamtsleiter Dr.Holger Rüdel.
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Ratsherr Frank Neubauer (CDU), Mitglied im Ausschuss für Schulen, Kultur und Touristik.
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Am Samstag, dem 15.Oktober 2011, konnte die "Agentour Zeitensprung" nach der langwierigen Auseinandersetzung mit der Schleswiger Stadtverwaltung nun erstmalig
die "Klösterliche Tafeley" im Graukloster amSchleswiger Rathaus durchführen. Etwa 25 Personen waren Gäste der ersten Tafeley im Graukloster.
Zunächst haben Jens Nielsen und Kirsten Freienstein den Gästen einen Einblick in die Geschichte und dem Leben der Franziskanermönche gegeben.
Es folgte ein ausführlicher Rundgang durch das Graukloster, bei dem die Besucher über die unterschiedliche Nutzung des Gebäudes als Franziskanerkloster, Königshof, Armenhaus und gegenwärtig Rathaus,
informiert wurden.
Zur eigentlichen Tafeley wurden die Gäste in den Kreuzgang geführt, wo bereits die Tische entsprechend hergerichtet waren. Angeboten wurden zwei Gerichte, zum einen Rübenmus mit Schweinshaxe und einer würzigen Soße
und zum anderen gebratener Hering mit Rosmarin-Pellkartoffeln. Das Essen sowie die Getränke (Rotwein und alkoholfreier Saft) waren reichlich vorhanden.
Für die Unterhaltung der Gäste sorgten Jens Nielsen und Kirsten Freienstein mit dem Singen mittelalterlicher Lieder und forderten ihre Gäste zum Mitsingen auf, was auch
gerne gemacht wurde.
Dieser Abend war unserer Meinung nach eine wirklich gelungene Veranstaltung, die uns sehr gut gefallen hat. Es wäre wünschenswert, wenn auch im nächsten Jahr das alte Graukloster auf diese Art
weiterhin belebt wird. Die nächste Tafeley wird am Samstag, 17.Dezember 2011 im Schleswiger Graukloster stattfinden, der interessierte Besucher möge sich bei der
Agentour Zeitensprung anmelden.
Die "Klösterliche Tafeley" am 15.10.2011

Einleitende Worte von dem Erlebnispädagogen Jens Nielsen.

Vor der Tafeley wurden die Hände gereinigt - so war es bei den Mönchen Brauch.
Bei dieser Gelegenheit wies Jens Nielsen auf die Verwendung des
Graukloster-Innenhofes
als mittelalterlichen Friedhof hin.

Die gotische Halle. Hier hätte die Tafeley ursprünglich stattfinden sollen.

Die Essensausgabe im Kreuzgang.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten Kirsten Freienstein und Jens Nielsen.

Von den Gästen wurde aktive Teilnahme gefordert.

Die beiden sorgten für mittelalterliche Stimmung.

Die Tafeley im Kreuzgang.

Der Abschluß der Veranstaltung.
Quellen : Schleswiger Nachrichten 13.12.2010, 03.02.2011, 11.02.2011