Lager Schwesing





25.September - 29.Dezember 1944


Neben den Konzentrationslagern, die Stätten des rassistischen Massenmordes waren, gab es in NS-Deutschland ein System von Lagern, in denen politische Gegner des Regimes eingesperrt wurden. Eines davon war das KZ Neuengamme bei Hamburg. Mehr als die Hälfte der 106000 Häftlinge, die zwischen 1938 und 1945 nach Neuengamme verschleppt wurden, kamen ums Leben.
Am 23.August 1944 befahl die NS-Führung des Bau des sogenannten "Friesenwalls", einer Abwehrstellung entlang der deutschen Nordseeküste. Dazu wurden unter anderem Gefangene des KZ Neuengamme aufgeboten. Auf dem Gebiet der Gemeinde Schwesing, östlich der Stadt Husum, stand ein Barackenlager für 400 Mann, das für militärische Bauerbeiten errichtet worden war. Etwa 2500 Häftlinge aus Neuengamme wurden 1944 in dieses zum KZ umgerüstete Lager transportiert. Sie wurden gezwungen, aus dem Marschboden tiefe Panzergräben für den "Friesenwall" auszuheben. Ihre Ernährung, Unterbringung und medizinische Versorgung war völlig unzureichend. Zusätzlich waren sie der absoluten Willkür ihrer Bewacher ausgesetzt und wurden vielfach mißhandelt. Mehr als 300 starben an den Bedingungen und den Folgen der Haft. Erst auf einer Gedenkveranstaltung am 30.Januar 1983 wurde in Husum öffentlich von dem Lager berichtet.

Geschichte des Lagers :



1938/39
Als Reichsarbeitsdienstlager für 250 Mann errichtet (Bauarbeiten am Flugplatz Husum-Schwesing)

25.09.1944
Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg. 1500 Häftlinge werden mit Viehwaggons der Reichsbahn aus Neuengamme herantransportiert und eingepfercht. Zwangsarbeiten an Panzergräben und Stellungen (Friesenwall)

19.10.1944
Weitere 1000 Gefangene aus Neuengamme folgen. Immer häufiger Todesfälle durch Hunger, Überarbeitung, Auszehrung, Krankheit und körperlicher Züchtigung. Häftlinge begraben die Toten in Massengräbern auf dem Husumer Ostfriedhof.

29.12.1944
Durch die veränderte militärische Lage ist der "Friesenwall" vollends sinnlos geworden. Die letzten Häftlinge werden nach Neuengamme zurückgebracht. 300 bis 500 Menschen sind in Schwesing ums Leben gekommen, die genaue Zahl ist unbekannt.

nach 1945
Zeitweilig Flüchtlingslager

30.01.1983
Überlebende berichten in Husum von ihren Leiden im KZ Husum-Schwesing

1987
Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemligen KZ-Gelände


Mehr Informationen zu diesem Lager gibt es auf dieser Seite.

Juli 2008

Lager Schwesing
Die Infotafel


Lager Schwesing
Der Weg zum Lager


Lager Schwesing
Der Lagerweg


Lager Schwesing
Fundamentreste


Lager Schwesing

Lager Schwesing
Das Opferstelenfeld


Lager Schwesing
Klaus Rönholt. Dänischer Student, Häftling Nr.50546.
10.04.1923 - 22.11.1944


Lager Schwesing

Lager Schwesing
Der Lagerweg. Rechts ein Hydrant.


Lager Schwesing
Der Hydrant


Lager Schwesing

Lager Schwesing
Gebäudereste


Lager Schwesing
Der Weg zum Flugplatz


Lager Schwesing
Hier war die Bahnlinie Husum-Flensburg bis 1959.


Lager Schwesing

Lager Schwesing
Die Gedenkstätte


Lager Schwesing

Lager Schwesing

Lager Schwesing


Quelle : Infotafeln der Gedenkstätte