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Am 16.Mai 1957 traten in Koblenz am Rhein 25 Soldaten als Kader des damaligen schweren Pionierbataillons 718 unter OTL Henning zusammen und wurden am 15.November 1957 nach Köln-Longrich verlegt.
Unterstützt wurde dieser Kader sowohl materiell als auch personell durch das bereits bestehende sPiBtl 717.
Zu Beginn des Jahres 1958 mit nunmehr 280 Mann nahm das Batallion zunehmend Form und Gestalt an.
Am 30.März 1958 traf das Bataillon mit 340 Soldaten in Schleswig ein. Nach Husaren, Infanteristen und Reitern, nach den Seefliegern der Jahre nach 1935 bezogen nun neben anderen Heereseinheiten und der Luftwaffe die zahlenmäßig stärkeren Pioniere die Kaserne auf der Freiheit.

Das schwere Pionierbataillon 718 mit der Straßen- und Eisenbahn/Schwimmbrücken-Kompanie 621 (SESchwBrKp 621) und der Ausbildungskompanie 748 (AusbKp 748) wurde aufgestellt, um im Rahmen der „Territorialen Verteidigung“ in Schleswig-Holstein feste und bewegliche übergänge über den Nord-Ostsee-Kanal zu schaffen und Bewegungen in den Sumpf-und Moorflächen des westlichen Schleswig-Holstein zu ermöglichen. Im Sommer 1971 wurde das schwere Pionierbataillon 718 umbenannt in schweres Pionierbataillon 620 (sPiBtl 620).

 

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In den folgenden Jahren gelang es dem Bataillon ein gutes Verhältnis zur Bevölkerung und den Institutionen der Stadt Schleswig zu gewinnen. Die Einsätze bei den Flutkatastrophen 1962 und 1976, die Beseitigung von Sturmschäden 1973 sowie die Hilfeleistungen von der ersten Stunde an in der Schneekatastrophe um die Jahreswende 1978/79 trugen das Ihrige dazu bei.
Weitere Beispiele mögen das verdeutlichen. So wurde im Jahr 1976 in erheblichem Umfange Stroh zu den Bauern im westlichen Teil Schleswig-Holsteins gefahren. Dankbar erinnert sich auch das Heimatmuseum in Kiel an den Transport einer Windmühle und eines Bauernhauses. Schleswiger Pioniere packten ebenfalls zu, wenn es galt, hiesige Kindergärten mit Trainings- und Sportgeräten auszurüsten. Beim Bau der Selker-Noor-Brücke konnte die Berufsausbildung mit einem guten Zweck verbunden werden.

 

 

Ähnliches galt für Trümmersprengungen auf Sylt oder an der Ostsee. Ein Höhepunkt war sicher auch der 1,1 Kilometer lange Brückenschlag über die Schlei anläßlich des 10-jährigen Bestehens am 23.September 1967, der ausgiebig für den Transport von Zuckerrüben benutzt wurde.
Das Bild vom Pionierbatallion 620 wäre unvollständig, wenn nicht auch einiges Charakteristische über den – überwiegenden – militärischen Teil der Aufgabe gesagt werden würde. So verlegte das Batallion seit Jahren einmal jährlich zur Wasserausbildung nach Ingolstadt an die Donau, dem am weitesten von Schleswig entfernten Pionier-übungsplatz.
1975 und 1976 erfolgte der Transport u.a. auf dem Luftwege. Das das Batallion 620 dort auch eine ordentliche Ausbildung durchführte, wurde durch Abordnung aus Vertretern der Stadt, der ortsansässigen Presse und anderen Organisationen 1981 persönlich begutachtet. Zunehmend nahm das Batallion in den letzten Jahren zusammen mit dänischen, englischen und amerikanischen Truppen an Nato-übungen teil. Das Ergebnis dieser übungen sind überaus kameradschaftliche Beziehungen besonders zu den dänischen Pionierkameraden.
Ein wichtiger Punkt in der Geschichte des Bataillions ist die Patenschaft zu den Pommerschen Pionieren. Seit 1967 hat sich diese Gemeinschaft von jungen und alten Pionieren in zahlreichen gemeinsamen Treffen gefestigt. Ein Fahnenband an der Truppenfahne der Schleswiger Pioniere beweist diese treue Verbundenheit.
Nach einer Reihe von Umgliederungen und Umrüstungen erfolgte am 01.April 1981 die Umbenennung in „Pionierbataillon 620“. 1982 verfügte das Bataillon über :
– 1 Stabs- und Versorgungskompanie
– 3 Pionierkompanien, die im wesentlichen den Sperreinsatz, den Brückenbau und das überwinden von Hindernissen auf dem Gefechtsfeld durchzuführen haben. Eine dieser Kompanien führt im Frieden die Grundausbildung nicht nur für das gesamte Batallion durch.
– 1 Pioniermaschinen- und Brückenkompanie, in der sich vor allem die Pioniermaschinen und das Brückengerät des Batallions befinden.

Aus der Straßen- und Eisenbahn/Schwimm-Brückenkompanie 621 (SESchwBrKp 621), die bis 1981 dem Batallion noch zusätzlich unterstellt war, wurde am 01.04.1981 das Schwimmbrückenbataillon 660 (SchwBrBtl 660). Auch dieses Batallion ist dem Pionierbatallion 620 weiterhin unterstellt, wenn es auch einen wesentlich differenzierteren Auftrag erhalten hat.
Beide Verbände zusammen ergaben 1982 eine Stärke von ca. 800 Soldaten. Für die Verteidigung des Landes Schleswig-Holstein und der Unterstützung der hiesigen Kampftruppen bildete das Batallion damit einen Pionierschwerpunkt; für die Stadt Schleswig war das ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor.

Im Jahr 1993 fusionierte das Pionierbataillon 620 mit dem Schwimmbrückenbataillon 660 zum Pionierbrückenbataillon 620 (PiBrBtl 620). Schon vier Jahre später erfolgte eine Umgliederung des PiBrBtl 620 in Pionierbataillon 620, dieses war der Pionierbrigade 20 (PiBrig 20) unterstellt.

Quellen : Deine Garnison Schleswig, II.Teil
25 Jahre Pionierbataillon 620
Militärgeschichtliches Forschungsamt (MGFA) Potsdam

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