Wenn wir im Weihnachtsmonat an dieser Stelle wieder einmal einen modernen Backbetrieb
vorstellen, so hat dies seine Besondere Bedeutung. In den bevorstehenden Adventswochen
werden hier für das kommende Weihnachts- und Neujahrsfest schon Vorbereitungen getroffen.
Aber auch sonst ist die Bäckerei H. P. Hagge arbeitsmäßig so gut ausgelastet, daß wir nur
schwer einen Zeitpunkt für unser Gespräch festlegen konnten.
Die am Gallberg 26 gelegene Bäckerei und Konditorei wurde im Jahr 1921 von Heinrich-P. Hagge,
dem Vater des jetzigen Inhabers übernommen und gehörte gehörte vorher dem Bäckermeister Peter
Walker.
Vor dem Umbau
Wer heute den im Zentrum der Schleswiger Altstadt gelegenen Gallberg mit seinen typischen meist
alten Häusern passiert, ist überrascht, in der Nr. 26 ein modernes Wohn- und Geschäftshaus
vorzufinden. Wie unsere vergleichenden Bilder zeigen, wurde hier in sehr ansprechender Form aus
"Alt" "Neu" gemacht. Durch den Umbau des Ladengeschäftes, der Hausfront, sowie der dann folgenden
Modernisierung und Vergrößerung des Backbetriebes, entstand in zwei Bauabschnitten ein mustergültiges
Unternehmen dieser Branche.
Und im Jahr 1963
Hier werden täglich die Brotsorten, Brötchen und Konditorwaren hergestellt. Das Schwergewicht liegt
dabei auf dem Kraftbrot, das sich in Kundenkreisen großer Beliebtheit erfreut. Ein großer Teil des
Schnittbrotes wird außerdem über die örtlichen Kaufleute vertrieben. Über die gute Qualität der
verschiedenen Broterzeugnisse wie Schwarzbrot, Roggen-Mischbrot sowie Vollkornbrot geben drei
Urkunden Aufschluß, in die wir Einblick nehmen konnten, und die vom Zentralverband des Bäckerhandwerkes
(Brotprüfdienst) ausgestellt wurden.
Während Frau Helga Hagge sich ganz dem Ladengeschäft widmet, steht Herr Hans Peter Hagge dem eigentlichen
Backbetrieb mit seinen 16 Mitarbeitern vor.
Eine Besichtigung seines Betriebes machte für uns sofort die überall herrschende Sauberkeit und Ordnung
augenfällig. Im Backraum sehen wir moderne Aufbereitungsmaschinen und den großen dreiherdigen Ausziehofen
mit Ölfeuerung, zu dem noch zwei weitere Einschieß-Herde gehören. Dieser Ofen backt in 5 Partien.
Neben dem Backraum befindet sich die Konditorei, der ein kompletter Kühlraum angeschlossen ist. Hier stehen
u.a. zwei Anschlagmaschinen zum Rühren und Aufschlagen der Massen, die für die feine Konditorei Verwendung
finden.
Nur erstklassige Mehle und Rohstoffe gelangen zur Verarbeitung. Die Vorräte für Backfette und Konserven befinden
sich in den Kellerräumen. Die verschiedenen Mehlsorten werden dagegen im Obergeschoß gelagert.
Im Obergeschoß nahmen wir auch Einblick in die schönen und hellen Räumlichkeiten, die von einem Teil der Gesellen
und Lehrlinge bewohnt werden. Dabei konnten wir feststellen, daß auch für die hygienischen Bedürfnisse der
Mitarbeiter durch vorbildliche sanitäre Anlagen (Duschräume etc.) bestens gesorgt worden ist.
Nach unserem Rundgang durch die Betriebsräume besichtigten wir noch den Laden und die Fensterauslagen. Hier
fanden wir eine reiche Auswahl fast aller gängigen Konditoreierzeugnisse.
Wie uns Frau Hagge abschließend
mitteilte, gelangen zu Weihnachten auch wieder die bekannten Spezialitäten wie Christstollen nach Dresdener Art
sowie acht verschiedenen Sorten Plätzchen zum Verkauf. Zu Silvester gibt es die bekannt guten "Berliner Pfannkuchen".
Quelle : Schleswiger Monatsheft Dezember 1963