Im September 1908 beantragte die Provinzial-Hochbauverwaltung bei der Ortspolizeibehörde Schleswig die Genehmigung
zum Bau von "3 Familienwärter-Wohnhäusern mit Stallgebäuden" auf dem Gelände der Provinzial-Irrenanstalt bei Schleswig.
Bereits im Oktober 1908 wurde mit dem Bau dieser Häuser begonnen.

Der Lageplan der drei Neubauten.
Links das Tiedemann-Anwesen.
Die drei Neubauten erhielten die Adressen St.Jürgen 7, 9 und 11,
im Jahr 1928 wurden die Hausnummern in Nr.23, 25 und 27 geändert.

Der Entwurf eines des Häuser. Deutlich sind auf dem Dach die
drei Betonkronen zu erkennen, die
namensgebend für diese kleine Siedlung waren.

Grundriß vom Erdgeschoß.
Die Häuser haben jeweils ein Keller-, Erd- sowie Dachgeschoß. Die Räume im Kellergeschoß waren keiner bestimmten Nutzung zugeordnet, wahrscheinlich wurden sie als
Lagerräume verwendet. Jede Wohnung verfügte über drei Kellerräume.
Im Erdgeschoß standen jeder Familie 2 Zimmer, eine Küche und der Flur zur Verfügung. Im Flur gelangten die Bewohner über eine Treppe in die Keller- und Dachbodenräume.
Das Dachgeschoß war für jede Wohnung unterteilt in ein Zimmer mit einer Abseite (dies war das Kinderzimmer meines Vater, die kleine Abseite war sein Schlafzimmer).
Neben dem Zimmer lagen der Flur sowie ein Bodenraum.

In dem Stallgebäude waren jeder Familie ein Stall mit einem Abort (Plumpsklo ) zugeteilt. Die Fäkalien wurden in einem Eimer gesammelt und
im Garten als Dünger verstreut. Die im Stallgebäude eingerichtete Waschküche wurde von den drei Familien eines Hauses gemeinsam benutzt.
Die folgenden Fotos stammnen aus dem Familienalbum meines Vaters, der auf "Drei Kronen" aufgewachsen ist.
Meine Eltern vor Nr. 27 bevor sie 1964 geheiratet haben.
Knuth Springmann.
Im Hintergrund die St.-Jürgener Straße sowie die Neubauten am Brautsee.
Knuth Springmann.
Im Hintergrund die Toiletten mit Herzchen in der Tür.
Links im Bild der Stall, den mein Vater mit seinem Vater
(Heinrich Ludwig Hansen)
gebaut hat.
Knuth Springmann vor Nr.27
Im Garten auf Drei Kronen. Von li nach re :
Tante Anne (Schwester von Maria Hansen),
Kalli Weber
(durch eine Kriegsverwundung behindert und Insasse der Anstalt),
Tante Grete (Schwester von Maria)
Rechts neben der Laube war der "Bunker", ein Erdloch neben der Gartenlaube,
der bei Luftangriffen
aufgesucht wurde.
Im Garten. Von li nach re :
Anna Weber, der Sohn Kalli, Grete Röschmann und ihr Mann Heinrich.
Vor dem Haus Nr.27. Von li nach re:
Trude Springmann, geb. Weber, Bruder Kalli, Maria Hansen
In der Hausmitte wohnten damals Luthe.
Herrentag auf Drei Kronen. Von li nach re:
hinten : ? (Gärtner bei Reusch), ? (Gärtner bei Reusch), Claus Dieter Andersen
vorne : Axel Pedder, Maria Hansen
Im Hintergrund die Tür zur Waschküche, links der Stall.
Vor Nr.25 die Kinder von Familie Schlüter.
Im Garten auf Drei Kronen.
Mein Vater und seine Schwester Christa vor dem Eingang zum "Bunker",
dem LS-Erdloch.
Dieses Foto ist etwa 1944 aufgenommen worden.
Mein Vater und seine Schwester.
Die Kinder von Drei Kronen.
hinten : Elke Schlüter, Ingrid Zoche (ein Flüchtlingskind), Christa Hansen, Paul Clausen,
???, Annemarie Clausen, Elke Stegemann
mitte : Siegfried Clausen, Uwe Stegemann, Heiner Clausen, Bernd Schlüter, ???
unten : Holger Stegemann, Bodo Luthe, Peter Sperling, ? Förster
Maria Hansen mit Bodo Luthe.

Auf Drei Kronen vor Nr. 27, links Nr. 25
hinten : mein Vater, Heiner Clausen
vorne : Siegfried Clausen, Horst Mester
Die Silberhochzeit der Eltern meines Vaters 1959,
Maria Hansen, geb. Horst und Heinrich Ludwig Hansen,
Krankenpfleger in der Anstalt
Die Silberhochzeit der Eltern meines Vaters 1959.

Zur Silberhochzeit spielte die Blaskapelle der Anstalt vor Nr.27.
14. Juni 1965
Meine Mutter nach der Arbeit bei Kaufmann Jepsen am Brautsee.
Sie steht in der Tür von Nr.27, die Lucke an der Wand ist die Lüftung
vom Keller. Durch diese Lucke ist mein Vater nachts gekrochen, wenn er zu
spät vom Tanzen nach Hause kam.
Weitere Erinnerungen und Geschichten von St. Jürgen und Drei Kronen gibt es auf der
Seite von
Gerd Tams, der ebenfalls auf Drei Kronen
aufgewachsen ist.