Im September 2004 haben wir meine Eltern im Urlaub auf Röm/DK besucht. Meine Freundin und ich sind mit
unserem Hund Charly ins Grüne spazieren gegangen und plötzlich standen wir vor einer Betonwand. Uns kam dann der
Gedanke, dass es sich ja nur um einen Bunker handeln könne.
Bis zu dem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass es viele Bunker auf dieser Insel gibt, von denen einige
im Rahmen einer Bunkertour des
Naturkundecenter Tönnisgard zu besichtigen sind.
Auf der Insel wurden etwa 52 Anlagen festungsmäßig gebaut, von denen einige Bunker der FuMG Robbe
innerhalb der Bunkertour zu besichtigen sind.
Hintergrund :
Für die deutsche Wehrmacht war es wichtig, Luftangriffe der Alliierten auszuspionieren und abzuwehren.
Hierfür wurden für spezielle Radaranlagen und Funktionsbauten 52 Bunkeranlagen auf Römö errichtet.
Als der Krieg beendet war, gab es 8 verschiedene
Großradaranlagen
auf der Insel, z.B See-Elefant, Mammut, Freya, u.a.
Der See-Elefant :
Der See-Elefant auf Römö war das einzige Exemplar seiner Art, das während des 2.Weltkrieges zum Einsatz kam.
Mit ihm wurden u.a. die Einschlagsorte der V2-Raketen in England berechnet. Dieses konnte mit einer Genauigkeit
von einem Kilometer Seitenabweichung bestimmt werden.
Der See-Elefant bestand aus zwei 100 Meter hohen Masten, zwischen denen das Antennensystem gespannt wurde.
Der See-Elefant war neben einem Mammut-Radar auf dem Dach des größten Bunkers, einem L 485, plaziert.
Nach dem Krieg :
Nach dem Krieg haben die Alliierten ein großes Manöver mit Namen "Post Mortem" abgehalten, in welchem man die
Leistungsfähigkeit der deutschen Anlagen getestet hat.
Danach haben die Alliierten die Anlagen demontiert. Das dänische Millitär hat im weiteren Verlauf die Anlagen incl.
Metalltüren, Leitungen, usw. an Schrotthändler verkauft.
Die Kommune Tönder hat danach die Eingänge mit Sand verschließen lassen.
Wiedereröffnung :
Das Generaldirektorat für Forst und Natur hat seit 1988 eine Registrierung der Festungsbauten in Dänemark von 1858 bis 1945
vorgenommen. Einige Bunker sind zu Bestimmungszwecken geöffnet worden. Ein Teil dieser Bunker sind nur auf arrangierten
Bunkerwanderungen zugänglich.